Für Kopierschutz wird es in Frankreich eng

DRM
18.03.2006

Frankreich will die Hersteller proprietärer DRM-Systeme per Gesetz zwingen, diese auch für die Konkurrenz zu öffnen.

Nach einer langen Debatte hat sich die französische Nationalversammlung am Freitagmorgen auf eine vorläufige Version der geplanten Novelle zum Urheberrecht geeinigt.

In der aktuellen Version mitsamt allen Änderungsanträgen verlangt die französische Regierung die Öffnung proprietärer Kopierschutzsysteme [Digital Rights Management - DRM].

Kopierschutz als Geiselnehmer

DRM-Formate wie Apples Fairplay aber auch Sonys ATRAC3 dürften nicht die Interoperabilität von Geräten verhindern, so der Text.

Ansonsten drohe die Gefahr, dass es keinen echten Wettbewerb gebe, weil Käufer eines iPod eben nur kopiergeschützte Songs aus Apples Online-Shop iTunes darauf abspielen können – und die Nutzer wären dabei die Geiseln, fügt eine Erläuterung hinzu.

Für Apple würde das bedeuten, dass es seinen iTunes-Shop auch für andere MP3-Player öffnen muss, bzw. den iPod auch für andere DRM-Systeme. Bisher kann nämlich nur der iPod Apples DRM-System Fairplay verarbeiten, weil Apple sein DRM nicht zur Nutzung durch andere Firmen freigibt.

Gericht entscheidet über Weitergabe

Die Hersteller müssten alle notwendigen Informationen für die Interoperabilität, also das reibungslose Zusammenspiel von Geräten und Formaten verschiedener Hersteller, auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen. Wenn sie das verweigern, kann ein Richter entsprechende Strafen verhängen.

Allerdings müssen sie diese der Konkurrenz nicht direkt zur Verfügung stellen, sondern einer Art Schiedsgericht, das dann darüber entschiedet wie viel und welche Information weitergegeben werden kann.

Weitere Abstimmungen folgen

Eine weitere Abstimmung bzw. Diskussion soll am Dienstag in der französischen Nationalversammlung erfolgen, dann kommt das Gesetz zur endgültigen Lesung in den französischen Senat.

(futurezone | AP)