Mautauftrag für Kapsch in Tschechien fix

640 Mio. Euro
15.03.2006

Der Wiener Telekom-Ausrüster Kapsch errichtet bis 2007 ein elektronisches Lkw-Mautsystem in Tschechien.

Kapsch hat den Auftrag für die Errichtung eines elektronischen Lkw-Mautsystems in Tschechien nun fix in der Tasche.

Die in Brünn ansässige tschechische Wettbewerbsbehörde UOHS hat die bereits im November 2005 von der Vergabekommission getroffene Entscheidung für Kapsch am Mittwoch bestätigt und die Einsprüche der unterlegenen Mitbewerber Autostrade und Mytia neuerlich zurückgewiesen.

Der Auftragswert für die Realisierung des Mautsystems sowie den Betrieb über die nächsten zehn Jahre beträgt rund 640 Mio. Euro.

Autostrade und Mytia hatten beklagt, dass sie aus dem Auswahlverfahren um den lukrativen Großauftrag mit einem Volumen von 640 Mio. Euro vom Prager Verkehrsministerium zu Unrecht ausgeschlossen worden seien.

Mautstart am 1. Jänner 2007

Wegen der Verfahren durfte das Verkehrsministerium zunächst noch keinen Vertrag mit Kapsch unterzeichnen. Am Zieldatum 1. Jänner 2007 für die Einführung der elektronischen Lkw-Maut in Tschechien wird nach wie vor festgehalten.

Mautpflichtig sollen zunächst Lkws über zwölf Tonnen sein. Die Mautstrecken werden insgesamt 970 km Autobahnen und Schnellstraßen umfassen, später ist eine Erweiterung auf insgesamt 2.100 Straßenkilometer geplant.

Das Verkehrsministerium rechnet mit Mauteinnahmen in Höhe von bis zu 14 Mrd. Kronen [486 Mio. Euro] im Jahr.

Auch EU prüft Ausschreibung

Unterdessen hat auch die EU-Kommision eine Untersuchung der tschechischen Mautvergabe wegen des Verdachts, dass Tschechien die Anbieter des Mikrowellensystems - das auch in Österreich zur Anwendung kommt - zum Nachteil der Anbieter eines satellitengestützten Systems bevorzugt habe, eingeleitet.

EU-Untersuchung ohne Auswirkung

Diese Untersuchungen hätten jedoch keine aufschiebende Wirkung, betonte der Vorstand der Kapsch TrafficCom, Erwin Toplak, in einer Aussendung.

(futurezone | APA)