Kamerasystem erfasst Käuferverhalten
Die Firma DisplayCom hat ein "vollautomatisches Optikmesssystem für Personenbewegungen" entwickelt, das wesentlich präziser sein soll als herkömmliche Messungen, die nur auf Stichproben beruhen.
Zum Einsatz kommen soll das "COM-Meter" vor allem in Kaufhäusern und Einkaufszentren, um Innenarchitektur und Werbung im Hinblick auf ein "optimales Kundenverhalten" - also den maximalen Konsum - zu gestalten.
DisplayCom beschreibt seine Entwicklung etwas nüchterner als "universelles, vollautomatisches, optisches Sensorsystem zur raum- und zeitbezogenen Personenerfassung".
Das "COM-Meter" ermittelt Position, Tempo, Abstand, Distanz, Richtung, Hinwendung und kommunikative Interaktion pro Person für die statistische Analyse. Damit soll exakt erhoben werden, in welchen Bereichen sich die Besucher länger aufhalten und welche Bereiche sie schnell verlassen. Produktplatzierungen sowie die Gebäudearchitektur und der Ladenbau sollen so optimiert und die Wahrnehmung von Informationen und Werbung gemessen werden.
COM-MeterTracking
Mit dem "COM-Meter" sollen gleichzeitig die Bewegungen und die Reaktionen sowie das Rezeptionsverhalten von mindestens 20 Einzelpersonen in einem etwa 30 qm großen Sensorbereich mittels bildauswertender und statistischer Methoden registriert und analysiert werden können. Mehrfachzählungen sollen dabei ausgeschlossen sein.
Messungen von Personen auf Flächen sollen zudem eine "Übergabe" und die Wiedererkennung im benachbarten Messbereichen ermöglichen, also auch ein Tracking durch ein gesamtes Einkaufszentrum.
Das System soll hierbei allerdings keine "personenindividuellen Merkmale und Daten erkennen bzw. speicheren".
DisplayCom testet derzeit seine erste COM-Meter-Installation in Jena. In der Fußgängerpassage Löbder Straße will das Unternehmen Kundenströme und Kundenverhalten messen.
Praxistest in JenaSoftware-Erweiterung denkbar
Nach der Installation des Tracking-Systems dürfte allerdings die Funktionserweiterung zur Personenerkennung und genaueren Verhaltensanalyse kein Problem sein.
So werden in mehreren US-Kaufhausketten schon seit diesem Frühjahr die Bilder der Überwachungskameras von einer Software ausgewertet, die Personen erkennen und ihre Blickrichtung und Grundstimmung analysieren können soll.
Die "Blue Eyes"-Software von IBM kann Personen auf Videobildern ausmachen, deren Blickrichtung ermitteln und mittels der Stellung und Bewegungen der Augenbrauen und des Mundes auch eine Grundstimmung erkennen.
Software spioniert Käuferstimmung aus
