Weblog-Richtlinie für Londons Polizei

Tagebuch
14.03.2006

Londons Polizisten müssen in Zukunft genau aufpassen, was sie in ihren Weblogs der Öffentlichkeit preisgeben.

Eine neue Richtlinie bringt derzeit Unruhe unter die bloggenden Polizisten der Londoner Metropolitan Police, berichtet die BBC.

Vor kurzem sei die Behörde auf einige Weblogs aufmerksam geworden, in denen die Autoren, die sich selbst als Polizisten bezeichnen, zu einer Reihe von Themen ihre sehr persönlichen und oft kontroversiellen Ansichten preisgeben, so der Anfang.

Disziplinarische Maßnahmen

Man wisse, dass Blogs nicht gestoppt werden können, so die Behörde, doch wird eine Reihe von Vorgaben für Blogger gemacht. So könnten "Ansichten und Meinungen, die die Organisation schädigen oder in Misskredit bringen", disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen, so die Richtlinie weiter.

Für die Blogger stellt sich nun die Frage, inwieweit sie ihr Weblog als persönliches und öffentliches Tagebuch weiterführen können.

Einige haben ihr Weblog aus Angst um den Job bereits eingestellt, so wie "World Weary Detective".

Vorwurf der Scheinheiligkeit

Unter vielen bloggenden Polizisten regt sich zudem Ärger, etwa bei "Cough the Lot". Er denke bei den Vorgaben an Scheinheiligkeit. Bei der Polizei werde man ständig an die Vielfalt und die Menschenrechte erinnert und doch würden hier Menschen dafür bestraft, wenn sie berichten, wie es wirklich ist.

Für einige Blogger sind ihre Blogs auch die bessere Möglichkeit, mit den Bürgern in Kontakt zu kommen als über öffentliche PR-Arbeit.

Gegenüber der BBC hat die Metropolitan Police klargestellt, dass sie Bloggen an sich nicht verbiete. Doch muss offenbar auch die Polizei darauf Acht geben, was und wie viel über sie online und damit möglicherweise an die breitere Öffentlichkeit kommt.

Firmen nutzen selbst zunehmend Weblogs, um ihr eigenes Image zu pflegen und rufschädigenden Strömungen im Netz entgegenzuarbeiten.

(futurezone | BBC)