EU erhöht Druck auf Microsoft
Die EU-Kommission fordert von Microsoft eine brauchbare Dokumentation zu Windows-Server - sonst drohen Geldstrafen.
Die EU-Kommission hält dem Software-Konzern Microsoft weiter vor, die verhängten Auflagen für mehr Wettbewerb mangelhaft zu erfüllen.
Dies sei dem weltgrößten Softwarehersteller schriftlich mitgeteilt worden, erklärte die Kommission am Freitag.
Dokumentation unbrauchbar
Dabei geht es die Offenlegung des Quellcodes für Windows-Server, bei der die Kommission unter anderem kritisierte, dass die Dokumentation zum Teil viel zu kompliziert gestaltet sei. Die Dokumentation sei in der aktuellen Fassung unbrauchbar, so die Kommission.
Die Kommission unterlegte ihre Vorwürfe mit Berichten des unabhängigen Experten Neil Barrett und der Firma TAEUS Europe, die sich unter anderem auf Urheberechte spezialisiert hat.
Anfang März warf Microsoft der EU vor, "unangemessene" Kontakte zwischen Barrett und Microsofts Gegenspielern begünstigt zu haben. Die EU verteidigte Barrett ihrerseits.
"Wie ein Auto ohne Reifen"
Barrett hält die Dokumentation zwar für leicht verbessert, es sei aber nicht Substantielles hinzugekommen. TAES beschrieb Teile davon als unpassend und widersprüchlich. Microsoft scheine davon auszugehen, dass die Nutzer den Konzern über falsche oder unvollständige Information informieren soll, so die Experten.
TAES verglich das Ganze überhaupt mit einem Autohersteller, der Auto ohne Reifen ausliefere. Damit wolle er nur vom nächsten Defizit ablenken - dass das Auto keinen Motor, dann kein Lenkrad, keine Bremsen und so weiter habe, so TAES.
Microsoft sieht seine Schuld erfüllt
Die Behörde erwartet nun von Microsoft eine schriftliche Stellungnahme.
In einer ersten Reaktion gab Microsoft an, dass man eine große Menge von Expertenmeinungen vorgelegt habe, die bezeugen, dass die vorgelegten Unterlagen jeden geltenden Industriestandard zumindest erfüllen wenn nicht sogar übersteigen.
Nach einer mündlichen Anhörung Ende März will die Kommission entscheiden, ob sie gegen Microsoft tägliche Bußgelder verhängt oder nicht. Microsoft hatte Mitte Februar kurz vor Ablauf eines Ultimatums auf Brüsseler Wettbewerbsvorwürfe geantwortet und damit neue Bußgelder erst einmal abgewendet.
(futurezone | APA | dpa | AP | Reuters)
