Microsoft setzt auf mehr Persönlichkeit

"Live Search"
08.03.2006

Microsoft hat eine Testversion seiner neuen Internet-Suchmaschine "Live Search" mit personalisierbaren Services ins Netz gestellt.

Der Softwarekonzern will auf dem heiß umkämpften Markt der Online-Suche Boden gegenüber den Konkurrenten Google und Yahoo gutmachen und setzt auf personalisierte Suche und Services direkt im Netz.

Die neu gestaltete Website zur nun gestarteten Online-Suche "Live Search" bietet nicht nur die Suche, sondern noch eine Reihe von personalisierbaren Zusatzinformationen und -features wie das lokale Wetter, E-Mail-Zugang mit Vorschau, Nachrichten, Blogs und RSS-Feeds, Chat, Instant Messages usw.

Damit zielt Microsoft offenbar darauf ab, Live als eine Art personalisierte Startseite im Netz zu etablieren. Ähnliche Versuche hat auch die Konkurrenz gestartet.

Microsoft sieht das Live-Angebot auch als Ergänzung zum Windows-Betriebssystem.

Mehr Features für die Suche

Zu den neuen Funktionen gehört die Möglichkeit des Tabbed Browsing innerhalb des Browserfensters. Dabei können mehrere Suchen anhand von Registrierkarten ["Tabs"] in einem Fenster dargestellt werden.

Mit einem verschiebbaren Balken werden die Ergebnisse einer Suche zudem über eine einzige Seite abrufbar, sodass man für weitere Suchergebnisse keine neue Seite öffnen bzw. weiterblättern muss. Zudem werden je nach Wunsch mehr oder weniger Informationen zu jedem Treffer dargestellt.

Nach Bildern lässt sich wie bei der Konkurrenz auch gezielt suchen, allerdings gleich direkt in einem Suchfenster [bei Google und Yahoo muss man dafür auf eine andere Website überwechseln].

Weiters ermöglicht "Live Search" die Speicherung von Suchanfragen [bei der Konkurrenz ebenfalls bereits im Angebot] und den Austausch dieser "Macros" mit anderen Nutzern.

Teil von Microsofts Live-Strategie

Die neue Suche ist Teil von Microsofts Live-Strategie, die den Fokus stärker auf webbasierte Software und Services legt. Sie soll nach erfolgreichem Test die bisherige Suche bei MSN.com ersetzen.

Ein wichtiges Ziel der Suche sei, dem Nutzer mehr Kontrolle darüber zu geben, wie er suchen und was er mit den Ergebnissen schließlich machen könne, so ein Yusuf Mehdi von MSN.

"Die Konzeption klingt gut", sagt der Softwareexperte Joe Wilcox von Jupiter Research. "Aber erst die Anwendung wird zeigen, was die neue Suchmaschine kann."

Laut Nielsen/NetRating hält MSN bisher einen Marktanteil von elf Prozent hinter Yahoo mit 22 und Google mit 48 Prozent.

(futurezone | APA | AP | Cnet)