10.11.2001

NETZKULTUR

Bildquelle: FuZo

Bin Laden als Witzfigur

Im Netz sind die Tage von Osama bin Laden gezählt.

Während die USA seit fünf Wochen vergeblich Jagd auf den mutmaßlichen Terroristenführer machen, treiben User mit dem derzeit gesuchtesten Mann der Welt ihr hemmungsloses Spiel.

"Mr. Bean Laden"

Mal hat der Anführer des Terror-Netzwerks El Kaida einen Gastauftritt in der Sesamstraße, dann zeigt sich der bärtige "Mr. Bean Laden" als Doppelgänger des britischen Fernsehkomikers und Anti-Helden Mr. Bean.

Auch in einer virtuellen Folge der Quiz-Show "Wer wird Millionär?" ist er ein willkommener Gast.

"Wie stehen ihre Chancen, Weihnachten noch zu erleben?" lautet die Frage an den Staatsfeind Nummer eins der USA. Zur Auswahl stehen vier Antworten: "Gleich Null", "Ziemlich übel", "Schlecht" und "Nicht vorhanden".

Mit Klopapier gegen Terroristen

Offenbar inspiriert von den Lebensmittelpaketen, die das US-Militär zeitgleich mit den ersten Bomben über Afghanistan abwarf, schlägt ein Online-Händler aus dem US-Bundesstaat Michigan Spenden anderer Art vor:

Er will tausende Rollen Toilettenpapier mit Karikaturen von Osama bin Laden über dem Bürgerkriegsland abwerfen, um die Bevölkerung zur Abkehr von dem islamischen Extremisten zu bewegen.

Mit Spott Katastrophe relativieren

"Mit Spott wird die Katastrophe ein wenig relativiert", erklärt der Webmaster Steven Croquennec.

"So werden die Opfer der Attentate wenigstens symbolisch gerächt."

Erfinder und Betrachter der Bin-Laden-Witze könnten so auch ihrer Enttäuschung Luft machen, dass der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September noch nicht gefasst worden ist.