Italiener ohne Interesse an TV-Lizenz
Zwei Tage nach dem Ende der Bewerbungsfrist für Privat-TV in Österreich hat der italienische Pay-TV-Sender Stream für einen Knalleffekt gesorgt: In einer Aussendung dementierte das Unternehmen jegliches Interesse an einer Privatfernsehlizenz in Österreich.
"Stream gehört nicht zu den Teilnehmern an diesem Wettbewerb. Wir sind auf keine Weise in diese Lizenzvergabe involviert", hieß es.
Pay-TV-Sender von Rupert Murdoch
Stream war am Mittwoch von der Medienbehörde KommAustria als
einer der insgesamt sieben Bewerber für eine österreichweite Lizenz
genannt worden. Mit rund 820.000 Abonnenten ist Stream jener
Pay-TV-Sender, mit dem der australische Medienmagnat Rupert Murdoch
im italienischen Digitalbereich den Durchbruch schaffen will. Jedoch
hat der 1993 gegründete Kanal bisher niemals Gewinne geschrieben.
Die Zukunft der Medienlandschaft"Wir sind total überrascht"
Auch italienische Zeitungen hatten über die Bewerbung in Österreich berichtet.
Ein Bewerbungsschreiben im Namen von Stream war eingelangt, die KommAustria überprüfte nun, ob dieses auch tatsächlich von dem Unternehmen stammt.
Was Stream-Pressesprecher Mario Di Francesco dementiert: "Wir sind total überrascht. Wir begreifen nicht, wie wir überhaupt mit Österreich in Verbindung gebracht worden sind. Wir sind ein Digitalfernsehen, das keineswegs an Lizenzen für normale Privatkanäle interessiert ist."
FPÖ-Kreise hinter Stream-Beteiligung?
Unklar ist aber noch, woher das Bewerbungsschreiben im Namen von
Stream eigentlich kommt. Brancheninformationen zufolge soll das
Bestreben, den italienischen Pay-TV-Sender in Österreich ins Spiel
zu bringen, in FPÖ-Kreisen angesiedelt sein.
Digital-TV vor dem Durchbruch
