Altersdemenz als Festplattenschaden
Eine ganz neue Theorie zur Entstehung von Altersdemenzen liefern britische Wissenschaftler: Sie halten die Hirnleistungsstörungen für das Ergebnis einer Überfrachtung des Gedächtnisses, das demnach mit einer überlasteten Festplatte zu vergleichen ist.
Demnach ist die Demenz Ausdruck einer Anpassungsleistung, bei der sich das Gehirn noch vorhandene Speicherplätze erschließe, erklären die Experten.
Ähnlich wie bei einer vollen Computer-Speicherplatte braucht ein solches Gehirn dann aber auch länger, um Informationen wieder aufzufinden.
Den Einwand, dass Menschen mit umfangreichem Wissen keineswegs häufiger Demenzen entwickeln, weisen die Mediziner zurück: Vermutlich seien solche Personen einfach in der Lage, Informationen besonders effizient zu speichern.
Dement durch GedächtnisüberfrachtungFreier Speicher gesucht
Laut den Forschern fördern starker Fernseh- und Videokonsum die Krankheit ebenso wie die Einnahme von Medikamenten, die vermeintlich die Gedächtnisleistung steigern.
Die Vorstellung, dass das Gedächtnis über unendliche Reservekapazitäten verfüge, sei ein Mythos, betonen die Experten. Einen solchen Luxus könne sich die Natur nicht leisten, zumal das Gehirn bis zu ein Viertel der aufgenommenen Energie verbrauche.
Als Beleg verweisen die Forscher darauf, dass Alzheimer-Patienten Informationen in atypischen Hirnbereichen ablegen. Tatsächlich aktivieren nach neuen Studien Gedächtnisaufgaben bei älteren Menschen weitaus mehr unterschiedliche Gehirnbezirke als bei jüngeren.
