09.11.2001

THEORIE

Altersdemenz als Festplattenschaden

Eine ganz neue Theorie zur Entstehung von Altersdemenzen liefern britische Wissenschaftler: Sie halten die Hirnleistungsstörungen für das Ergebnis einer Überfrachtung des Gedächtnisses, das demnach mit einer überlasteten Festplatte zu vergleichen ist.

Demnach ist die Demenz Ausdruck einer Anpassungsleistung, bei der sich das Gehirn noch vorhandene Speicherplätze erschließe, erklären die Experten.

Ähnlich wie bei einer vollen Computer-Speicherplatte braucht ein solches Gehirn dann aber auch länger, um Informationen wieder aufzufinden.

Freier Speicher gesucht

Laut den Forschern fördern starker Fernseh- und Videokonsum die Krankheit ebenso wie die Einnahme von Medikamenten, die vermeintlich die Gedächtnisleistung steigern.

Die Vorstellung, dass das Gedächtnis über unendliche Reservekapazitäten verfüge, sei ein Mythos, betonen die Experten. Einen solchen Luxus könne sich die Natur nicht leisten, zumal das Gehirn bis zu ein Viertel der aufgenommenen Energie verbrauche.

Als Beleg verweisen die Forscher darauf, dass Alzheimer-Patienten Informationen in atypischen Hirnbereichen ablegen. Tatsächlich aktivieren nach neuen Studien Gedächtnisaufgaben bei älteren Menschen weitaus mehr unterschiedliche Gehirnbezirke als bei jüngeren.