Landvermessung im Internet

matrix forum
05.03.2006

Daten über die Kärntner Geologie, Fauna, Demographie und Infrastruktur müssen nicht mehr bei einzelnen Gemeinden eingeholt werden, sondern lassen sich bequem auf den Computerbildschirm holen.

Das Kärntner Geografische Informationssystem veröffentlicht entsprechende Karten auf seiner Homepage im Internet.

Der "Kärntenatlas" ist zwar schon seit 2003 online, die Daten werden aber ständig erweitert. Vorläufer war ein Fachinformationssystem, zu dem nur Landesbedienstete Zugang hatten.

Die Datenvielfalt entsteht durch die Zusammenarbeit der Abteilungen Straßenbau, Sanitätswesen, Umweltschutz, Wasserwirtschaft, Agrarwesen, Wirtschaft und Infrastruktur sowie Land- und Forstwirtschaft.

Der "Kärntenatlas" ist im Unterschied zum Weltatlas nicht für die Suche nach einer bestimmten Stadt gedacht, sondern gibt detaillierte Informationen über Geologie, Raumplanung, Naturschutz und Infrastruktur.

Hilft Zeit sparen

"Früher hat man sich Flächenwidmungspläne, Informationen über Schutzgebiete oder laufende Projekte mühsam an den Gemeinden und anderen Stellen zusammenzusuchen müssen, heute erhält man viele dieser Daten im Internet", meint Klaus Gruber von der Kärntner Landesplanung.

Unter anderen profitieren Ziviltechniker und Immobilienhändler, aber auch private Häuselbauer, weil sie notwendige Informationen auf den elf angebotenen Kartensammlungen finden können. Hilfreich sind auch die Flächenwidmungspläne, die 31 der 132 Kärntner Gemeinden bereits ins Internet gestellt haben.

Auch die anderen Bundesländer sind mit ihren Geodaten im Internet. Aufbau und Struktur der einzelnen Seiten wurden mittlerweile vereinheitlicht.

Besonderes Schmankerl

Das Kärntner Geografische Informationssystem bietet auch historische Einblicke in die Landvermessung: Von Teilen Kärntens gibt es auch Karten aus dem Franziszeischen Kataster, der Ende der 20er Jahre des 19. Jahrhunderts erstellt worden war - damals, um Steuern abhängig vom Grundstücksbesitz einzuheben. Heute hilft die alte Kartensammlung, Kerngebiete von Bezirkshauptstädten abzugrenzen.

20 Personen arbeiten laufend am "Kärntenatlas" und aktualisieren vorhandene Informationen. In den kommenden Jahren sollen noch Daten über Luftgüte und Lärmausbreitung hinzukommen.

Im Sommer 2006 werden die Orthofotos vom Großraum Klagenfurt – Villach neu aufgenommen. Auf den aktuellen Bildern sollen Gegenstände ab einer Größe von 20 Zentimetern erkennbar werden und so helfen, den Blick auf Kärnten zu schärfen.

Mehr dazu am Sonntag, 5. März 2006, um 22.30 Uhr im Ö1-Magazin "matrix".

Der Unterschied zwischen O und 0

Mariann Unterluggauer berichtet zudem über die verschiedenen Ansprüche an eine Bildschirmschrift. Sprachen wie PostScript, TrueType und seit kurzem ClearType wurden erfunden, um nicht nur das Erscheinungsbild einer gedruckten Seite zu verbessern, sondern auch das Schriftbild auf dem Monitor.

("Matrix" | Eva Jankl)