Telekom ab 2002 nicht mehr DAX-Spitze
Mit den neuen Regeln für die Berechnung des Deutschen Aktienindex würde Siemens nach heutigem Stand die Deutsche Telekom ab kommendem Juni von der DAX-Spitze verdrängen.
Das geht aus einer Rangliste hervor, welche die Deutsche Börse erstmals vorlegte. Siemens ist derzeit drittgrößter DAX-Wert, das Unternehmen würde diesen Platz 2002 mit der Telekom tauschen.
Auf Platz zwei unter den 30 Werten im wichtigsten deutschen Börsenbarometer bliebe der Versicherungskonzern Allianz. Die Börse gab nach einer Sitzung ihrer Index-Experten am späten Mittwochabend auch Änderungen in den nachgeordneten Indizes bekannt.
Deutsche Börse AGStreubesitz entscheidend
Bei der neuen Bewertung zählen am Juni 2002 bei der Kalkulation des DAX und anderer deutscher Indizes nur noch jene Aktien mit, die sich in den Händen kleinerer und mittelgroßer Aktionäre, dem so genannten Streubesitz, befinden.
Das sind Anteile, die unter fünf Prozent des gesamten Grundkapitals liegen. Nicht zum Streubesitz gehören zudem indirekt, also über einen Dritten gehaltene Aktien. Entsprechende Regeln werden bereits für den Euro Stoxx 50 angewendet.
In den vergangenen Jahren hatte vor allem die Telekom, bei der nach wie vor der Staat große Anteile hält, den DAX dominiert, ihretwegen hatten die Indexhüter vier Mal im Jahr eine künstliche Begrenzung des Gewichts auf höchstens 15 Prozent eingeführt.
Dem erstmals veröffentlichten Streubesitz-Szenario zufolge würde die Deutsche Telekom ab Juni nach heutigem Stand statt 11,3 Prozent nur noch ein Gewicht von 9,23 Prozent im DAX haben. Die Siemens AG würde dagegen um 2,55 Punkte auf 10,04 Prozent zulegen und damit den Spitzenplatz im wichtigsten Börsenbarometer des Landes übernehmen.
