Haffa-Brüder im Visier des Staatsanwalts
Die Staatsanwaltschaft München hat gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der EM.TV & Merchandising AG, Thomas Haffa, und seinen früher als Finanzchef tätigen Bruder Florian Anklage wegen des Verdachts auf Kursbetrug erhoben.
Den Ex-Vorständen des auf dem Frankfurter Neuen Markt notierten Unternehmens wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr bewusst falsche Halbjahreszahlen des Unternehmens bekannt gegeben und unhaltbare Prognosen bestätigt zu haben.
Die Verteidigung der Brüder Haffa wies die Vorwürfe zurück: Man sei überzeugt, dass sich die Anklagepunkte als unbegründet herausstellen würden, und wolle eine Nichtzulassung der Anklage erwirken.
Unerwartete Gewinnwarnung im Herbst 2000
Die EM.TV AG hatte als einstiger Börsenstar im Herbst 2000 eine
unerwartete Gewinnwarnung veröffentlicht, worauf der Aktienkurs um
rund 90 Prozent eingebrochen war. Außerdem musste der
Halbjahresbericht 2002 wegen angeblich falsch verbuchter Umsätze
revidiert werden.
Chart des GrauensFlorian Haffa war als Finanzvorstand bereits im vergangenen Jahr, Thomas Haffa als Vorstandschef von EM.TV dann im Juli 2001 zurückgetreten. Hunderte von Kleinanlegern haben wegen unrichtiger Darstellung der Unternehmenssituation auf Schadenersatz geklagt.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Haffa-Brüdern vor, im August 2000 bewusst falsche Halbjahreszahlen veröffentlicht zu haben. Außerdem hätten sie in Interviews und Vorträgen im Oktober und November 2000 die Geschäftsentwicklung von EM.TV zu positiv dargestellt. Die Brüder hätten die Prognosen für das Jahr 2001 bestätigt, obwohl sie wussten, dass diese nicht mehr einzuhalten waren.
Im Falle einer Verurteilung müssten sowohl die Brüder Haffa als auch EM.TV Schadenersatz leisten.
Die Aktie, die im Februar vergangenen Jahres einen Höchstkurs von 107,5 Euro erreichte, steht nun bei 2,16 Euro. Nach diesem Einbruch von 98 Prozent droht eine Einbahnstraße Richtung Pennystock [unter einem Euro].
