Roboter-OP im Einklang mit Herzschlag

minimalinvasiv
23.02.2006

Eine neue Software könnte das Stoppen der Herzfunktion während einer Bypass-Operation künftig unnötig machen.

Britische Wissenschaftler des Imperial College London haben ein Verfahren entwickelt, das Operationsrobotern ermöglicht, dem Herzschlag entsprechend zu arbeiten.

Normalerweise erfordert eine Bypass-Operation, dass das Herz ruhig gestellt und das Blut mittels einer Pumpe in einen künstlichen Kreislauf umgeleitet wird.

Dafür muss das Herz geöffnet und das Blut durch eine Maschine durchgeschleust werden.

Nun wurde eine Software entwickelt, welche die Bewegungen der Operationsinstrumente des Roboters mit Herzschlag synchronisiert.

Weitere Forschungen sind jedoch noch erforderlich, um die Einsatzmöglichkeiten in einem weiteren Rahmen zu untersuchen.

Roboter gleicht Herzbewegung aus

Die Software kommt mit dem OP-Robotersystem "Da Vinci" zur Anwendung und nutzt ein Endoskop mit zwei Kameras, die Bilder vom Herzen liefert.

Damit wird dem Chirurgen ermöglicht, bei geschlossenem Brustkorb zu operieren. Die Software bildet das Herz nach und schafft ein 3-D-Bild, das für den Chirurgen feststehend erscheint.

Gleichzeitig verfolgt die Software das Schlagen des Herzens und instruiert die Roboterinstrumente, sich den Bewegungen anzupassen.

Bisher wurde die Software mit dem Roboterassistenten erst an künstlichen Herzen aus Silikon getestet.

Auch am Wiener AKH ist ein "Da Vinci"-OP-Roboter an der Universitätsklinik für Urologie im Einsatz.

(futurezone | BBC | New Scientist | pte.at)