Internet nach Anschlägen gezielter genutzt
Die Terroranschläge in den USA vom 11. September haben zumindest für diesen Monat deutliche Spuren in der Internet-Nutzung hinterlassen: Die meisten Menschen waren seltener, aber dafür gezielter und konzentrierter im weltweiten Datennetz unterwegs, wie die Marktforschungsfirma Nielsen/NetRatings feststellt.
"Zum ersten Mal in der Geschichte arbeitete das Internet im September wirklich Seite an Seite mit dem Fernsehen", sagt Richard Goosey von Nielsen/NetRatings.
Gezielte Suche im Netz
Das Fernsehen habe für die schnellen Nachrichten und
Informationen gesorgt, das Internet die gezielte Suche nach
weiterführenden Informationen unterstützt. Das Netz sei zudem ein
Ventil gewesen, um Gefühle und Reaktionen zum Ausdruck zu bringen.
eRatingsSeiten werden gründlicher gelesen
Die Zahl der Internet-Sitzungen und der besuchten Webseiten ging im September fast überall zurück. Die aufgerufenen Seiten wurden aber länger betrachtet. Die Surfer hätten Informationen gründlicher gelesen, um Zusammenhänge besser zu verstehen, sagt Goosey.
Trotz des veränderten Nutzungsverhaltens seien die Top 25 aber weitgehend dieselben geblieben wie vorher. "Das zeigt, dass die weltweiten Topadressen Yahoo, MSN und AOL auch genau die Inhalte bereitstellten, nach denen die Internet-Nutzer Ausschau hielten."
Besonders gefragt waren einige Regierungs- und Nachrichtenangebote, die teilweise um mehr als 3.000 Plätze in der Rangliste nach oben kletterten.
Nielsen/NetRatings misst das Nutzungsverhalten in 29 Ländern und erfasst damit - zumindest nach eigenen Angaben - mehr als 91 Prozent der weltweiten Internet-Gemeinde.
