Google fehlt die Lizenz für China
Nach der internationalen Kritik an den Zensurmaßnahmen von Googles chinesischer Suchmaschine soll dem Betreiber nun auch die nötige Lizenz fehlen.
Der Suchmaschinen-Betreiber Google sieht sich in seiner umstrittenen China-Expansion mit neuen Problemen konfrontiert. Wie die Zeitung "Bejing News" berichtet, soll Google für seine chinesischsprachige Plattform keine Lizenz besitzen.
Das kürzlich gestartete Service Google.cn, das wegen seiner Zensurmethoden in die Kritik geraten ist, "hat keine ICP-Lizenz [Internet Content Provider] erhalten, die für das Betreiben von Internet-Portalen in China nötig ist".
Beim zuständigen Ministerium zeigte man sich der Zeitung zufolge "besorgt" und werde den Fall untersuchen. Ein Google-Sprecher erklärte, dass sich das Unternehmen die ICP-Lizenz mit einer lokalen Firma, Ganji.com, teilt.
Der Start der Google-Suche in China unter der chinesischen Domain wurde international heftig kritisiert. Google und andere Unternehmen wie Yahoo und MSN mussten sich deshalb vor dem US-Kongress verantworten.
Proteste in Indien
Exil-Tibeter protestierten unterdessen in Indien gegen die zensierte Google-Suche in China. Sie versammelten sich mit Plakaten in der nordindischen Stadt Dharmsala, wo die Exilregierung Tibets ihren Sitz hat.
In 30.000 E-Mails wurden Internet-Nutzer in aller Welt aufgefordert, am Tag der Protestaktion die Google-Site zu boykottieren.
(futurezone | Ap | APA | Reuters)
