28.10.2001

MATRIX FORUM

Bildquelle: Domino

UMTS versus 802.11b Wireless LAN

In San Francisco, so erzählt man sich, könne man sich auf der Straße gratis ins Internet einloggen: Man benötige nur die geeignete Netzwerkkarte in seinem Laptop und stelle sich damit in jene Straßen der Stadt, in denen Firmen ihre Büros haben. Die setzen vermehrt auf den Standard 802.11b. Sie verwenden Wireless LAN.

Wireless LANs, so Jane Zweig von der amerikanischen Beraterfirma "The Shosteck Group", befriedigen ein Bedürfnis. Gegenüber 3G haben sie nicht nur einen Kosten-, sondern auch einen Zeitvorteil, sie sind klar auf bestimmte Bedürfnisse zugeschnitten. Wireless LAN hat seine Schmerzphase schon hinter sich: Es ist lieferbar.

Nicht problemlos

Wireless LAN hat andere Probleme - neben dem Stromverbrauch vor allem die Sicherheit. "Es wird daran gearbeitet", heißt es ständig. Solche Aussagen kennt man auch von den Apologeten der dritten Generation drahtloser Telefonie.

Wireless LAN habe auch noch andere Nachteile, meint Josef Huber vom UMTS-Forum: Es arbeite zu verlustreich, es gäbe zu viele Interferenzen bei der Übertragung und mit einer Reichweite von 60 bis 100 Metern komme man nicht weit. Aber eigentlich ärgert die Lizenzerwerber von UMTS-Frequenzen ganz was anderes: Der Frequenzbereich, der von Wireless LAN verwendet wird, ist gratis benutzbar.

Jane Zweig: "Wir sehen die Welt in drei Teile aufgeteilt: 3G für Mobilität - Wireless LAN sorgt weder für Mobilität noch für die Übertragung von Sprache. 3G für Sprachübertagung und Dienste, die geringe Bandbreite beanspruchen; für Menschen, die Informationen schnell bei der Hand haben wollen. 3G macht keinen Sinn, wenn große Übertragungsraten gefragt sind. Das käme den Netzbetreibern zu teuer. Und es macht für Firmenkunden keinen Sinn, wenn sie mit Wireless LAN besser bedient werden. Bluetooth bedient wieder eine andere Nische und kann vielleicht für Dienste mit mittlerer Bandbreite eingesetzt werden.

Support

Apple hat mit Airport eigene Wireless-LAN-Produkte in seinem Portfolio. Microsoft unterstützt jetzt mit seinem Betriebssystem XP den Standard 802.11b nativ. Endgeräte-Hersteller wie Nokia und Ericsson experimentieren mittlerweile mit Wireless LANs.

Und wo bleibt UMTS?

Die dritte Generation drahtloser Kommunikation wird kommen, davon ist Jane Zweig überzeugt. Die Frage ist nur wann, wie und wie profitabel dieser Standard sein wird. Auf jeden Fall sollten Telecom-Unternehmen aufhören zu versuchen, alles, was via Paketvermittlung möglich ist, auch gleich als Geschäftsmodell für UMTS zu identifizieren.