"Schlusspunkt der Sanierung" bei JoWooD

Q1 2006
20.02.2006

"Die Zahlen sollten zeigen, dass wird jetzt anders dastehen als vor einem Jahr", so JoWooD-Chef Albert Seidl.

Seidl sieht die Talsohle für den krisengeschüttelten börsennotierten Computerspiele-Hersteller überwunden.

Die kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung, die dreifach überzeichnet war und neun Mio. Euro an frischem Geld brachte, würde "den Schlusspunkt der Sanierung markieren", so Seidl in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung".

Ein Viertel bis ein Fünftel des frischen Geldes soll laut Seidl in das Betriebskapital fließen, der Rest wird in die Spieleentwicklung investiert.

In den letzten veröffentlichten Zahlen vom September stecken noch 30 Mio. Euro Altlasten und Restrukturierungskosten, das operative Geschäft mache aber nur noch sieben Prozent des Gesamtverlustes aus.

Sechs Spieletitel für 2006

Die Zahlen des ersten Quartals 2006 "sollten dann zeigen, dass wir jetzt ganz anders dastehen als vor einem Jahr", so Seidl, seit 2005 Sanierer bei JoWooD.

Durch massiven Jobaubbau sanken laut Seidl die Personalkosten von 1,1 Mio. Euro [Jänner 2005] auf 280.000 Euro, die Anzahl der jährlich neu veröffentlichten Spieletitel kürzte Seidl erheblich.

"Nur eine Konzentration auf die erfolgreichen Titel macht Sinn. Mit der extrem verschlankten Struktur machen wir heuer mit den geplanten sechs Titeln ein besseres Geschäft als mit 22 Titeln", sagt der JoWooD-Chef.

Streit über Mietvertrag

Kritik übt Seidl an der steirischen Gemeinde Rottenmann, bis vor kurzem Stammsitz des Unternehmens. Eine der Altlasten sei der Vertrag über 30.000 Euro Monatsmiete mit der Gemeinde, aus den ihn der Bürgermeister nicht herauslassen wolle. "Ich kann doch nicht 100 Leute raushauen und weiter so logieren", sagt Seidl. Im neuen Büro im steirischen Liezen zahle JoWooD nur noch 2.000 Euro Monatsmiete.

(futurezone | APA)