Details zur Time-Warner-Einigung
Nachdem US-Investor Carl Icahn mangels Rückendeckung durch die Aktionäre mit seinen Zerschlagungsplänen scheiterte, ist es nun zu einem Kompromiss gekommen.
Nach einer erbitterten halbjährigen Auseinandersetzung haben sich der weltgrößte Medienkonzern Time Warner und der Multimilliardär Carl Icahn, dessen Investorengruppe rund 3,3 Prozent der Time-Warner-Aktien besitzt, auf einen Kompromiss geeinigt.
Wie schon am Freitag bekannt wurde, verzichtet der Großaktionär dabei auf seine Hauptforderung, die Aufspaltung des weltgrößten Medienkonzerns in vier Einzelunternehmen.
Dafür erhält Icahn von Time-Warner-Konzernchef Dick Parsons andere Zugeständnisse, darunter die Erhöhung des geplanten Rückkaufs von Time-Warner-Aktien und eine Zusage für höhere Kostensenkungen.
Keine Unterstützung durch andere Aktionäre
Icahn hat den Machtkampf verloren, da seine Vorschläge sowohl beim Konzern als auch bei den Aktionären keinen Widerhall gefunden hatten.
Aktienrückkauf und Kostensenkung
Time Warner wird sein Aktienrückkauf-Programm bis Ende nächsten Jahres von 12,5 auf 20 Milliarden Dollar [17 Mrd. Euro] erhöhen. Außerdem will das Unternehmen die Kosten statt um nur 500 Millionen US-Dollar um insgesamt eine Milliarde US-Dollar senken.
Es sollen auch zwei neue unabhängige Verwaltungsratsmitglieder nach Rücksprache mit Icahn und anderen Großaktionären in das Aufsichtsgremium kommen.
Das haben Parsons und Icahn am Freitag nach Börsenschluss bekannt gegeben.
Im Zuge der ursprünglichen Icahn-Pläne sollte Time Warner die Kabel-TV-Netze sowie die Filmsparte miterhalten. Die Onlinesparte America Online, die Verlagssparte und Time Warner Cable, der zweitgrößte Kabelfernseh-Systembetreiber der USA, sollten abgespaltet und in selbstständige Unternehmen überführt werden.
Parsons begrüßte in einer Mitteilung die Einigung mit Icahn, dessen Rolle als wichtiger Aktionär sowie seine "konstruktiven Vorschläge".
Parsons habe "kritischen Unternehmensreformen zugestimmt, die wir seit Monaten unterstützten", betonte der 70-jährige Icahn in einer gesonderten Erklärung.
(futurezone | dpa)
