23.10.2001

WAS KOMMT

Bildquelle: APA

Spam-Welle durch Anthrax-Angst

Die Häufung von Milzbrand-Infektionen in US-Postämtern trifft die Direkt-Marketing-Branche schwer. Immer mehr Firmen ziehen teils millionenschwere Kampagnen, die über Briefpost ausgesendet werden sollten, zurück.

Auch wenn die Zahl verseuchter Briefe im Vergleich zum Gesamtaufkommen äußerst niedrig ist, so sei der Schlüssel der Bedrohung die öffentliche Wahrnehmung der Fälle, sagt Gartner-Analyst Scott Nelson - und diese sei momentan eben äußerst hoch.

Die "Direct Marketing Association" wiederum schätzt, dass der Branche bis jetzt schon ein bis zwei Milliarden Dollar an Umsätzen entgangen sind.

Spam ist nicht ansteckend

Das wiederum beflügelt Befürchtungen der "Koalition gegen nicht verlangte Massenmails" [CAUCE; Coalition Against Unsolicited Commercial E-Mail], dass Angst vor Milzbrand zu einer bisher nicht gekannten Welle so genannter Spammings führen wird.

Lieber Computerviren als Milzbrand

Wenn man den möglichen Schaden einer Virusinfektion auf einem Rechner mit der Infektion einer Familie vergleiche, könne man sich ausrechnen, was eher in Kauf genommen werde.

Nach Angaben des Direkt-Marketing-Verbands werden mit Massen-Mailings insgesamt 528 Milliarden USD pro Jahr umgesetzt.