Spam-Welle durch Anthrax-Angst
Die Häufung von Milzbrand-Infektionen in US-Postämtern trifft die Direkt-Marketing-Branche schwer. Immer mehr Firmen ziehen teils millionenschwere Kampagnen, die über Briefpost ausgesendet werden sollten, zurück.
Auch wenn die Zahl verseuchter Briefe im Vergleich zum Gesamtaufkommen äußerst niedrig ist, so sei der Schlüssel der Bedrohung die öffentliche Wahrnehmung der Fälle, sagt Gartner-Analyst Scott Nelson - und diese sei momentan eben äußerst hoch.
Die "Direct Marketing Association" wiederum schätzt, dass der Branche bis jetzt schon ein bis zwei Milliarden Dollar an Umsätzen entgangen sind.
Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedern, Briefpost wegen deren langsamer Verteilung und der Angst der Verbraucher zu meiden und stattdessen auf E-Mail-Marketing umzusteigen.
Breite Ablehnung von Werbemails in EuropaSpam ist nicht ansteckend
Das wiederum beflügelt Befürchtungen der "Koalition gegen nicht verlangte Massenmails" [CAUCE; Coalition Against Unsolicited Commercial E-Mail], dass Angst vor Milzbrand zu einer bisher nicht gekannten Welle so genannter Spammings führen wird.
John Levine von CAUCE erwartet jedenfalls eine Menge Trittbrettfahrer der Anthrax-Angst, die unter dem Motto "Spam ist nicht ansteckend" die Mailboxen zumüllen werden.
Coalition Against Unsolicited Commercial E-MailLieber Computerviren als Milzbrand
Wenn man den möglichen Schaden einer Virusinfektion auf einem Rechner mit der Infektion einer Familie vergleiche, könne man sich ausrechnen, was eher in Kauf genommen werde.
Nach Angaben des Direkt-Marketing-Verbands werden mit Massen-Mailings insgesamt 528 Milliarden USD pro Jahr umgesetzt.
