Ein Roboter für die Altenpflege
Auf der dreitägigen Messe "Alter&Pflege" in Stuttgart, die morgen beginnt, wird auch ein Prototyp eines Roboters für den Einsatz in der Altenpflege vorgestellt.
Der "Care-o-Bot" soll laut seinen Entwicklern alte Menschen künftig im Haushalt unterstützen und ihnen ermöglichen, länger selbstständig in den eigenen vier Wänden zu wohnen.
Care-o-Bot soll seinem Besitzer zum Beispiel auf Wunsch Getränke ans Bett liefern, ein Essen in der Mikrowelle erhitzen und als Stütze und Gehhilfe in der Wohnung dienen.
Außerdem soll sich das Gerät in bestimmten Abständen nach dem Wohlbefinden seiner Benutzer erkundigen. Bleibt eine Antwort aus, alarmiert der metallische "Butler" automatisch Nachbarn oder einen Arzt.
Alter&PflegeGrundwunsch Roboter
"Es ist ein Grundwunsch vieler Menschen, auch im Alter allein leben zu können", sagt Christoph Schaeffer, der als Projektleiter am Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung [IPA] für die Entwicklung des "Pensionisten-Roboters" verantwortlich ist.
Es sei auch denkbar, dass der Roboter kontrolliert, welche Vorräte noch im Kühlschrank sind und was eingekauft werden muss, auf Kommando Jalousien und Türen schließt oder die Heizung reguliert.
Seine Befehle erhält die Maschine entweder durch Berührung entsprechender Symbole auf einem Touchscreen oder per Fernbedienung. Auch über Sprachkommandos kann Care-o-Bot gesteuert werden, wenn er auf den jeweiligen Benutzer eingestellt wird.
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und AutomatisierungEmotionale Maschinen
"Ob ein solcher Roboter in Serie geht, ist auch eine große Frage der Akzeptanz", gibt die IPA-Informatikerin Birgit Graf zu Bedenken.
Schaeffer schätzt, dass der Pflegeroboter frühestens in fünf Jahren auf dem Markt sein wird. Kosten werde er dann voraussichtlich rund 10.000 Euro. Die Chancen für eine Markteinführung stehen angeblich nicht schlecht: "Alte Menschen sind keineswegs so technikfeindlich, wie man meint."
Der Trend auf der diesjährigen Spielzeugmesse in Tokio gibt den IPA-Mitarbeitern Recht: Statt technoider Modelle wie Sonys "Aibo" stehen jetzt Maschinen im Mittelpunkt, die in erster Linie emotionale oder sogar soziale Funktionen ausüben sollen.
Roboter werden Sozialarbeiter
