Österreichs Direkt-Brokermarkt wächst
Erst 42.000 Kunden wickeln in Österreich derzeit ihre Wertpapiergeschäfte über Direkt-Broker ab.
Konservativ angelegte Studien erwarten bis 2004 in Österreich einen Anstieg auf 200.000 Depotkunden. Damit seien drei Viertel des Marktes noch zu vergeben, stellte Ernst Huber, Vorstandschef des Marktführers in Österreich, direktanlage.at, am Freitag fest.
"Wir werden kräftig Gas geben, damit wir da einen größeren Anteil gewinnen können", sagte Huber, der eine weitere starke Marktbereinigung unter Anbietern in Österreich erwartet.
Zwölf bis 13 Mrd. ATS Volumen
Die direktanlage.at ist heute eine 100-prozentige Tochter der
bayrischen HypoVereinsbank. Bis Ende 2001 erwartet Huber für seine
Gesellschaft, die mittlerweile Vollbankenstatus hat, 26.000 Kunden,
im Jahr 2000 waren es 15.400. Das Portfolio-Volumen sollte heuer
zwölf bis 13 Mrd. ATS betragen.
direktanlage.atEnde des Jahres übernimmt die direktanlage.at 8.500 Kunden der vbankdirekt.at, da die Vorarlberger Volksbanken-Tochter - wie die FuZo berichtete - als erstes Opfer der Börsenflaute vom Markt abtritt.
Im Zuge dieser Übernahme wird die direktanlage.at ein eigenes Anlagezentrum in Vorarlberg errichten. Damit betreibt der Internet-Broker neben den bisherigen Filialen in Salzburg, Wien und Linz künftig insgesamt vier Filialen in Österreich.
Diese Standorte, ursprünglich für die Identifikationsprüfung für Direkt-Broker-Nutzer installiert, nehmen mittlerweile auch Wertpapieraufträge entgegen und bieten Anlageberatung an. Ein weiterer Standort soll in Graz entstehen.
25.000 Kunden Minimum
Huber sagte am Freitag auf der Gewinnmesse, er erwarte eine weitere massive Marktbereinigung in Österreich. Von den derzeit rund zehn Anbietern dürften nur drei bis vier überleben. Ein Direkt-Broker brauche seiner Rechnung zufolge mindestens 25.000 Kunden, damit sich die Investitionen rechnen.
