Software zur Schlaganfall-Diagnose

Uni Linz
13.02.2006

Ein neu entwickeltes Programm färbt die Magnetresonanzdaten mittels Algorithmen ein und visualisiert sie dreidimensional.

Eine Software, welche die Heilungschancen nach Schlaganfällen erhöhen soll, wird derzeit an der Linzer Johannes Kepler Universität entwickelt.

Aufbauend auf zwei Diplomarbeiten verfeinert ein Expertenteam das Instrument, mit dem Ärzte abgestorbene und noch zu rettende Gehirnzellen innerhalb von nur einer Minute lokalisieren sollen.

Noch dauert es bis zu einer Stunde, Größe und Schwere des Schlaganfalls zu bestimmen.

Die neue Software soll Ärzte innerhalb weniger Sekunden mit einem 3-D-Bild des Gehirns versorgen. Dazu werden Daten zum Blutfluss durch die Gefäße und zur Vitalität der Gehirnzellen verglichen.

Um den Schaden in der betroffenen Gehirnregion möglichst gering zu halten, sollten Diagnose und Therapie bei Schlaganfallpatienten besonders rasch erfolgen.

Software visualisiert MR-Daten in 3D

"Durch das Herausfiltern von Stellen mit normaler Durchblutung kann der Arzt den Kern des Infarktes sofort bestimmen und sieht auch, wo sich noch lebensfähiges Gewebe befindet", erklärte Gerhard Kurka, Projektleiter am Institut für Graphische und Parallele Datenverarbeitung [GUP] der Linzer Universität.

Seit September 2005 entwickelt das Institut gemeinsam mit der Abteilung für Medizin-Informatik der Upper Austrian Research die neue Software, die im Rahmen zweier Diplomarbeiten bereits als Prototyp umgesetzt wurde.

"Zur medizinischen Entscheidungsfindung wird die neue Software derzeit nur zusätzlich zu bisherigen Instrumenten eingesetzt, da klinische Studien noch ausstehen", so Kurka.

Sollte ein Antrag auf nationale Förderung des Forschungsprojektes durchgehen, könnte die Software im Allgemeinen Krankenhaus in Linz und in der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg ab Ende 2007 im medizinischen Alltag eingesetzt werden.

(futurezone | APA)