Ericsson soll gegen Embargo verstoßen haben
Vor elf Jahren soll Ericsson gegen die Jugoslawien-Sanktionen verstoßen und Mobilfunkequipment an die Mobtel geliefert haben.
Das schwedische Telekommunikationsunternehmen Ericsson soll Mitte der 90er Jahre gegen die von UNO und EU verhängten Sanktionen gegen das Regime des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic verstoßen haben.
Das Stockholmer Boulevardblatt "Expressen" berichtete am Sonntag, Ericsson habe 1994 die Lieferung eines Mobiltelefonnetzes über eine eigens für den Serbien-Export gegründete Handelsfirma in Russland eingefädelt und das Geschäft ein Jahr später abgewickelt.
1.000 Handys geliefert
Ericsson lieferte dem Bericht zufolge während der wegen des Jugoslawien-Krieges gegen Serbien verhängten Handelssanktionen unter anderem 15 Basis-Stationen und 1.000 Telefone an die serbische Mobtel. Letztere soll je zur Hälfte unter direkter Kontrolle der Regierung in Belgrad sowie des Milosevic nahe stehenden Geschäftsmannes und Politikers Bogoljub Karic gestanden sein.
Via Russland nach Serbien
"Expressen" stützt seine Vorwürfe auf schwedische Zolldokumente. Aus diesen geht angeblich hervor, dass die von Ericsson nach Russland gelieferten Produkte unverzüglich weiter nach Serbien geschickt wurden.
Ericsson gab laut "Expressen" zu, von den Serbien-Kontakten der Firma BK Trade Wind bekommen zu haben, verteidigte das Geschäft aber damit, von den russischen Behörden für die Bestellung eine Endabnehmer-Garantie erhalten zu haben.
Ericsson lieferte laut dem Zeitungsbericht allerdings weiter an BK Trade, auch nachdem die Firma auf einer schwarzen Liste von Unternehmen gelandet sei, die im Verdacht standen, gegen die Jugoslawien-Sanktionen zu verstoßen.
