China lockert Internet-Zensur
China hat teilweise die Blockade ausländischer Nachrichten-Sites aufgehoben. Ohne vorherige Ankündigung waren die Seiten der Nachrichtenagentur Reuters, von CNN, BBC und der US-Zeitung "The Washington Post" für chinesische Internet-Surfer erreichbar.
Bisher waren diese dauerhaft nicht zugänglich. Es war zunächst nicht klar, ob es sich bei der Freischaltung um einen Wandel der Internet-Politik Chinas handelt oder sie im Zusammenhang mit dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation [APEC] steht.
Der APEC-Gruppe gehören neben den USA und China unter anderem Australien, Kanada, die Philippinen, Indonesien, Japan und Russland an. Der Gipfel findet am 20. und 21. Oktober in Shanghai statt.
APECFalun-Gong bleibt draußen
Bereits vor einigen Wochen wurde ohne öffentliche offizielle Erklärung die Internet-Seite der Zeitung "The New York Times" freigeschaltet.
Für westliche Nachrichtenanbieter war die Blockade ihrer Seiten bisher ein Rätsel: So sind die Nachrichten von Reuters über die Internet-Seite von Yahoo und die Site der Zeitung "International Herald Tribune" immer zugänglich gewesen.
Die Behörden sperrten jedoch die Yahoo-Asienseite, die Nachrichten der Agentur Agence France Presse anbietet. Auch diese Seite wurde am Dienstag freigeschaltet.
Die Seite der Glaubensbewegung Falun-Gong, die China als "bösartigen Kult" bezeichnet, blieb allerdings gesperrt.
In China, wo es etwa rund 20 Millionen Internet-Nutzer gibt, wird der Zugang durch das staatliche Informationsbüro reguliert.
