Elektronik auf Papier im Offset-Druck
Flüssige Polymere mit unterschiedlichen elektrischen Eigenschaften funktionieren als Leiterbahnen, Transistoren, Dioden etc.
Elektronische Spielkarten und gedruckte Papiertastaturen sind die ersten marktreifen Produkte für massengedruckte Polymer-Elektronik. Was wie Spielzeug anmutet, hat nun einen großen deutschen Chemiekonzern angelockt.
Die Elektronik der Zukunft auf Eintrittskarten, Etiketten usw. besteht nicht aus Silizium-Chips, die im Masseneinsatz teuer sind. Der deutsche Spezialchemiekonzern Degussa beteiligt sich deshalb an der Chemnitzer High-Tech-Firma printed systems, die elektronische Funktionen in Papierprodukte integriert.
Datenspeicher 16 bis 96 Bit
Durch Kombination verschiedener Druck- und Fertigungstechnologien können bereits Leiterbahnen beliebiger Länge, berührungssensitive Taster und digitale Datenspeicher [16-96 Bit] gedruckt werden.
Transistoren, Dioden, Kondensatoren und Widerstände werden schon bald "produktionssicher realisiert werden", verspricht das Unternehmen. In den kommenden zehn Jahren soll der Markt für solche und ähnliche Anwendungen auf 30 Mrd. Euro anschwellen.
1/1.000 Millimeter Druck
Dabei werden flüssig verarbeitbare polymere Materialien mit verschiedenen elektrischen Eigenschaften mit gängigen Verfahren wie Offset-, Tief- und Flexodruck aufgebracht.
Alle Formen und Farben können gedruckt werden. Als Träger der Funktionspolymere können neben Papier, alle weiteren Offset-üblichen Bedruckstoffe verwendet werden. Die Druckschichten sind jeweils 1/1.000 Millimeter dick.
Die Degussa baut seit Frühjahr 2005 ein Zentrum zur Erforschung von Nanomaterialien auf. In den kommenden vier Jahren sollen nach Konzernangaben rund 50 Mio. Euro in die Aktivitäten des Zentrums gesteckt werden.
(futurezone | pressetext.at)
