13.10.2001

EINKAUF 24

Bildquelle: FuZo

Keine Lust auf Cyber-Wurst

Der Hamburger Konzern Spar schließt seinen Online-Lebensmittelverkauf Einkauf 24.

In dürren Worten verwies das Unternehmen auf das laufende Sanierungsprogramm des Unternehmens.

Zwar starb Einkauf 24 auch, weil Spar insgesamt sparen muss; für die einst hoffnungsvoll gestartete Branche ist die Schließung aber symptomatisch.

"Hemmschwellen in den Köpfen der Leute"

Schon vor Wochen hieß es bei Spar, dass "erst noch Hemmschwellen in den Köpfen der Leute abgebaut werden müssen", bevor der Einkauf per Internet zum Erfolg werden könne.

Einkaufen im Internet-Supermarkt sei eben noch ein "ungewohntes Erlebnis". Angaben zum Umsatz seiner Online-Tochter hatte Spar nie gemacht.

Auch der zweite große Internet-Lebensmittelhändler, der Hamburger Versandriese Otto, lässt sich nicht in die Geschäftszahlen schauen.

Supermarkt sucht im Regal

Bernd Skiera, Professor für Electronic Commerce an der Universität Frankfurt, weist darauf hin, dass "auf dem heiß umkämpften Lebensmittelmarkt ohnehin nicht viel Geld verdient" werde.

"Die Gewinnspannen fallen dann noch weiter, weil die Online-Supermärkte Leistungen übernehmen müssen, die in der Offline-Welt der Kunde selbst übernimmt: Die Anbieter müssen die Waren selbst aus dem Regal suchen und dem Kunden ausliefern."

Girnau vermutet zudem, dass viele Kunden beim Einkauf per Internet zudem einfach das sinnliche Erlebnis vermissen.

Konsum als E-Kommerz-Betreiber

Die Konsum Genossenschaft will laut "profil" wieder unter eigenem Namen in den Handel einsteigen.

Konkret geplant ist demnach ein Online-Shop, in dem Waren unter dem altbekannten Namen verkauft werden.

"Diese Überlegung gibt es", bestätigt Konsum-Vorstand Jan Wiedey in dem Bericht. In dem Online-Shop sollen, so der Plan, die noch verbliebenen rund 50.000 Genossenschafter einkaufen. "Aber auch andere", so Wiedey.