14.10.2001

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Pakistans IT-Industrie am Scheideweg

Pakistans IT-Industrie erlebt mit der aktuellen Krise, die durch die Terroranschläge auf das World Trade Center ausgelöst wurde, dramatische Zeiten.

Einerseits macht der prowestliche Kurs der Regierung Hoffnungen auf internationale Anerkennung als ernstzunehmender Wirtschafts-Partner, wobei die bereits erfolgte Aufhebung der Handelssanktionen auch einen konkreten Anlass bietet.

Auf der anderen Seite fürchtet sich die IT-Industrie vor einer weiteren Destabilisierung des Landes durch Proteste und Ausschreitungen.

Imageproblem

Die pakistanische IT-Industrie leidet neben den - inzwischen weitgehend aufgehobenen - Sanktionen allerdings auch unter einem Imageproblem, wobei Unternehmens-Vertreter immer wieder auf die demografischen Ähnlichkeiten mit Indien hinweisen, die sich allerdings nicht in einem gleichwertigen Interesse internationaler Unternehmen niederschlagen.

Pakistans Industrie hofft jetzt, dass sich das Image des Landes grundlegend wandelt und in der Folge sowohl der einheimische Markt als auch internationale Serviceleistungen zukünftig einen Boom erleben werden.

Im Outsourcing-Business hofft man darauf, in Indiens Fussstapfen treten zu können und sowohl mit hochwertigen Programmier-Aufgaben als auch mit Call-Center-Diensten international ins Geschäft zu kommen.

Rahmenbedingungen

Die aktuelle, schnelle und umfassende Aufhebung der Handelssanktionen beschleunigt aus der Sicht von Pakistans IT-Unternehmen allerdings lediglich einen Trend, der sich in den letzten Jahren schon kontinuierlich abzeichntete.

So hatte auch Pakistan von der wiederholten Lockerung der US-Regeln für Computerexporte profitiert.

Zu der Verbesserung der internationalen Bedingungen kommen allerdings in letzter Zeit auch inländische Gesetzesänderungen, die ein freundlicheres Investitions und -Handelsklima versprechen.

Neben zahlreichen Steuervergünstigungen speziell für die IT-Industrie dürfte dabei besonders ins Gewicht fallen, dass ausländische Firmen inzwischen pakistanische IT-Unternehmen auch zu 100 Prozent übernehmen können.