12.10.2001

STUDIE

Unternehmen gehen blauäugig ins Netz

Nach einem "blauäugigen Start" ins Internet macht sich bei vielen deutschen Unternehmen inzwischen Ernüchterung breit. Das ist der Ergebnis einer Studie von Cap Gemini Ernst & Young, die heute präsentiert wurde.

"Oft herrschen massive konzeptionelle Defizite", sagte Bernd Zanner von Cap Gemini Ernst & Young. Bisher steckten noch knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen in Sachen E-Business in der Start- oder Aufbauphase. Volle Anwendung finde die neue Technologie dagegen erst bei vier Prozent der Firmen.

Dabei stünden Aufwand und Nutzen oft in keinem Verhältnis, sagte Zanner. So hätten die Pharma- und Automobilbranche in den letzten Jahren zwar die höchsten Investitionen getätigt, bisher aber die geringsten Kosteneinsparungen erzielt. Spitzenreiter seien hier die Metall- und Elektroindustrie.

Trial and Error

Nach ersten ernüchternden Erfahrungen habe sich das Anforderungsprofil mittlerweile gewandelt, sagte Zanner. So würden die Internet-Seiten verstärkt als Instrument für die Kundenpflege angesehen.

Die Nutzung als Vertriebsplattform spiele zwar weiterhin eine Rolle, doch habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich nicht alle Produkte übers Internet verkaufen ließen.

Ungeachtet aller Startschwierigkeiten sei der Trend zur elektronischen Abwicklung von Geschäften jedoch ungebrochen, sagte Zanner. Gegenwärtig plane mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen, ihre Investitionen ins E-Business im kommenden Jahr auszubauen.