Bleifreie Motherboards in Sonderauflage
Fujitsu-Siemens-Computer plant im ersten Quartal 2002 eine limitierte Auflage eines umweltfreundlichen Mainboards.
Neben dem Blei im Lot wird auch auf halogenhaltige Flammschutzmittel wie Brom und Chlor verzichtet.
Aktuelle Leiterplatten enthalten zwischen acht und zwölf Massenprozent halogenhaltiger Flammschutzhemmer. Diese Materialien bereiten in der Entsorgung große Probleme, da sie sich in der Umwelt anreichern. Elektronikschrott muss deshalb meist als Sondermüll entsorgt werden.
Unkritische Flammhemmer
Bei der geplanten Sonderedition hat Fujitsu Siemens den Anteil
der Halogene auf unter 0,15 Prozent gesenkt und durch unkritische
Flammhemmer ersetzt. Auch des Bleis im Lötzinn haben sich die
Augsburger Entwickler angenommen. Klassisches Lötzinn enthält 38
Prozent des starken Umweltgifts Blei.
Fujitsu SiemensPro Board kommen so bis zu zehn Gramm des Schwermetalls zusammen. Selbst bei sachgemäßer Entsorgung gelangen rund 20 Prozent davon in die Umwelt. Durch eine Prozessumstellung auf Zinn-Silber-Lot sinkt die Bleimenge auf unter ein Gramm. Das noch enthaltene Blei stammt von bereits fertig verzinnten Bauelementen, die bleifrei nicht erhältlich sind.
Als weiteren Umweltaspekt führen die Augsburger die Produktion in Deutschland an. Mainboards aus Fernost werden per Flugzeug mit hohem Energieverbrauch eingeflogen. Ein Großteil der in Augsburg verbauten Komponenten wird stattdessen in Schiffscontainern transportiert und verursacht geringere Umweltbelastungen.
Einnahmen für den Umweltschutz
Geplant ist, als ersten Versuch Anfang 2002 ein umweltfreundliches Board auf Basis des Intel-845D-Chipsatzes [Pentium 4 mit DDR-Speicher] in die Retailkanäle zu liefern. Derzeit ist man noch auf der Suche nach einem kompetenten Partner im Umweltsektor, unter dessen Flagge das Board vermarktet wird. Die Einnahmen aus der Sonderaktion sollen aller Voraussicht nach für den Umweltschutz gespendet werden.
