Western Union gibt Telegramm-Dienst auf

adieu
03.02.2006

Von Internet und Mobilfunk verdrängt

Die einst führende Telegrafen-Firma Western Union hat nach mehr als 150 Jahren ihren Telegramm-Dienst eingestellt.

Was früher der schnellste Weg zur Übermittlung einer frohen Botschaft oder auch eines Trauerfalls war, ist damit neuen Kommunikationswegen wie E-Mail, Instant Messaging oder Mobilfunk zum Opfer gefallen.

Der Stopp des Telegrammangebots sei Western Union schwer gefallen, weil der Dienst ein Teil des Firmenvermächtnisses sei, sagte ein Sprecher des 1851 gegründeten Unternehmens.

"Das Internet hat dem Geschäft aber arg zugesetzt", fügte er hinzu. Kunden müssten sich nun an die Konkurrenz wenden, wenn sie noch ein klassisches Telegramm verschicken wollten.

Western Union errichtete 1861 die erste transkontinentale Telegrafenverbindung in Nordamerika und führte fünf Jahre später den ersten Börsenticker ein. Während das Unternehmen Ende der 20er-Jahre durchschnittlich 550.000 Telegramme am Tag versendete, waren es 2005 im Durchschnitt nur noch 55 Kunden täglich.

(futurezone | Reuters)