Computer behindern Terroristenbekämpfung
Das Computersystem des deutschen Bundeskriminalamtes [BKA] ist nach Informationen des Hamburger Fernsehmagazins "Panorama" so veraltet, dass es die Fahndung nach Terroristen behindert.
Die Behörde selbst bezeichne die Anlage in vertraulichen Papieren, die "Panorama" vorlägen, als "überholt", berichtete das NDR-Magazin am Donnerstag vorab.
Fachkundige Techniker bereits verstorben
Der NRW-Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter
[BDK], Wilfried Albishausen, kritisierte demnach, dass die 1972
eingeführten BKA-Computer kaum noch gewartet werden könnten, weil
fachkundige Techniker bereits im Ruhestand oder verstorben seien.
Bund Deutscher Kriminalbeamter [BDK]Abstürze und Sicherheitslücken
Dem Bericht zufolge wird seit 1992 mit einem Aufwand von bisher 100 Millionen DM [rund 51,1 Mio. Euro] an der Einführung eines modernen Fahndungssystems gearbeitet, das am kommenden Montag endlich starten sollte.
Laut "Panorama" räumte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Claus Henning Schapper, nun jedoch ein, dass sich die Einführung von "INPOL - neu" wegen Software-Problemen bis mindestens Ende 2003 verzögern werde.
Softwarefehler im System führten laut "Panorama" immer wieder zu Computerabstürzen, Sicherheitslücken und Problemen beim Ausdruck von Daten.
Vier Systeme im Einsatz
Bei der aktuellen Fahndung nach Hintermännern der Terroranschläge
in den USA müssten die Beamten nun bis zu vier verschiedene Systeme
bedienen. Bei 10.000 Hinweisen aus der Bevölkeurng bedeute das bis
zu 40.000 Eingaben und einen enormen Zeitaufwand.
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