Ein Raumanzug als Mini-Satellit

funkkontakt
04.02.2006

Kurz nach Mitternacht hat die ISS-Besatzung einen alten russischen Raumanzug im offenen All seinem Schicksal überlassen.

Als die Bewohner der Internationalen Raumstation [ISS], Bill McArthur und Waleri Tokarew, am Samstag um 00.02 Uhr MEZ die Luke öffneten, sah es so aus, als stießen sie einen Kollegen ins All.

Doch der gebrauchte Orlan-Raumanzug, umgewandelt in einen Mini-Satelliten, ist bis auf einige zusätzliche Sensoren und eine Sendeanlage im Helm leer.

Bis zu sechs Wochen wird "SuitSAT" aus dem weiten Weltraum Radiosignale zur Erde funken. Dann wird er in der Erdatmosphäre verglühen.

"Wird sich der Anzug überhitzen? Wie lange reichen die Batterien? Bleibt die Datenübermittlung klar, auch wenn der Anzug ins Trudeln gerät?" Diese Fragen soll das Experiment beantworten.

Funkkontakt erwünscht

Die Signale von "SuitSAT" sind auf der UKW-Amateurfunkfequenz 145,990 MHz mit handelsüblichen Breitbandempfängern oder Amateurfunkgeräten zu empfangen.

SuitSat überträgt dabei jeweils 30 Sekunden lang die Nachricht "This is SuitSat-1, RS0RS" in sechs Sprachen [Russisch, Japanisch, Spanisch, Deutsch, Französisch und Englisch], macht eine ebensolange Pause und wiederholt diese Prozedur ständig. Auch kurze Spezialwörter werden ausgesendet, die von den Empfängern weltweit entschlüsselt werden sollen.

Funker rund um die Welt sollen ihre Kontakte zu dem fliegenden Anzug melden.

(futurezone | dpa)