Blickdiagramme für Verkehrssicherheit
Ein neues, vom Wiener Ludwig-Boltzmann-Institut für Unfallforschung entwickeltes "View-Point-System" erfasst mittels Brille, Kamera und Computer das Blickverhalten von Verkehrsteilnehmern. Die Erkenntnisse sollen künftig bei straßenbaulichen und verkehrstechnischen Maßnahmen zum Einsatz kommen.
Finanziert wurde die rund eine Million Schilling [72.673 Mio. Euro] teure Entwicklung durch das Ludwig-Boltzmann-Institut "in Eigenregie", wie der Leiter des Instituts, Univ.-Prof. Ernst Pfleger, betonte.
Das System besteht aus Tragebrille mit installierter Kamera, die genau auf die Pupille gerichtet ist und die Augenbewegungen festhält, einer Gesichtsfeldkamera und einem Rechner. Die eigentliche Innovation ist eine bereits zum Patent angemeldete Software.
Boltzmann-Institut für UnfallforschungÜberforderung und Leistungsgrenzen
Das Ergebnis einer View-Point-Untersuchung ist ein Blickdiagramm bzw. eine Blickstatistik, die zeigt, wie lange ein Verkehrsteilnehmer welches Objekt - den Gegenverkehr, eine Ampel oder einen Fußgänger - fixiert hat und von welchen Elementen er abgelenkt wurde.
Die Aufnahme des Lidschlags gibt zudem Auskunft über den Stresspegel der Versuchsperson.
"Damit sind wir erstmals in der Lage, Überforderung und menschliche Leistungsgrenzen zu definieren", sagte Pfleger.
