Tu Chemnitz/Mario Lorenz

Virtuelles Tischtennis überzeugt Profis

cebit
02.02.2006

An der TU Chemnitz wird virtuelles Tischtennis gespielt - mit einem echten Schläger, 3-D-Brille und Dolby-Surround-Sound.

Die Technische Universität Chemnitz wird auf der Computermesse CeBIT [9. bis 15. März] in Hannover ein virtuelles Tischtennisspiel vorstellen. Gespielt wird mit einem gewöhnlichen Tischtennisschläger, an dem Referenzpunkte angebracht sind, und mit einem virtuellen Ball auf einer ebenso computeranimierten Platte.

Die Spielumgebung, wie etwa Ball, Netz, Tischtennisplatte und Publikum, wird durch eine stereoskopische Rückprojektion auf eine Großbild-Leinwand erzeugt. Der Spieler selbst trägt nur eine 3-D-Brille.

"Im Hintergrund erzeugen zwei handelsübliche Computer mit einer Visualisierungs- und Trackingsoftware für jedes Auge des Betrachters eine Darstellung der Szene", erläutert Stephan Rusdorf, Mitarbeiter der Professur Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung.

Den Chemnitzer Informatikern sei es durch Vorhersagetechniken gelungen, extrem schnelle Bewegungen nahezu latenzfrei zu simulieren, wie die Hochschule am Mittwoch mittteilte.

Mit Dolby-Surround-Sound

Die Bilder werden mit zwei Beamern über einen Umlenkspiegel auf zwei große Acrylglasscheiben projiziert. Mit Infrarotkameras werden Bilder von den Referenzobjekten an der Brille und dem Schläger aufgenommen.

Diese Bildinformationen werden genutzt, um die genaue Position und die Ausrichtung des Spielers sowie des Schlägers zu bestimmen. Zusätzlich kommt ein Dolby-Surround-Soundsystem zum Einsatz, um die "echte" Akustik beim Spiel wie etwa den Aufprall des Balls auf den Schläger oder die Platte zu imitieren. Zudem ist es möglich, den virtuellen Ball wie in einem realen Spiel anzuschneiden.

Viele Testspieler, darunter auch Profis, seien von dem virtuellen Tischtennis begeistert. Auch der Deutsche Tischtennis-Bund habe sein Interesse zu Trainingszwecken bereits bekundet.