YLine wird konkursrechtlich geschlossen
Das endgültige Ende des insolventen Wiener Softwarehauses YLine ist besiegelt.
Schon am Donnerstag - nur 16 Tage nach dem Konkursantrag - wird das Unternehmen konkursgerichtlich geschlossen werden, hieß es heute.
Es sei nichts da, was einen operativen Weiterbetrieb ermögliche. Einzig für das Rechenzentrum werde eine Verwertungsmöglichkeit gesucht.
Heute Vorlage beim Konkursrichter
Den Entschluss zur Liquidierung habe der Gläubigerausschuss
bereits am Dienstag gefasst. Am Mittwoch soll der Beschluss dem
Konkursrichter vorgelegt werden. Das Konkursverfahren wird
ungeachtet dessen weitergeführt.
YLineIBM ist Hauptgläubiger
Nach dem nun vorliegenden Vermögensstatus betragen die Passiva von YLine 26,3 Millionen Euro, davon entfallen 20,2 Millionen Euro auf Lieferanten und davon wiederum 13,6 Mio. Euro auf IBM. Von der Insolvenz sind 220 Gläubiger betroffen.
Die Aktiva wurden im YLine-Status mit 46,1 Mio. Euro angegeben, sodass rechnerisch keine Überschuldung gegeben wäre. Allerdings sind davon nur Vermögenswerte von 2,2 Mio. Euro frei, der Rest ist laut Kreditschutzverband von 1870 mit Ab- und Aussonderungsrechten belastet.
Von den 13,6 Millionen Euro Schulden an IBM etwa sind Gerüchten zufolge trotzt Geltendmachung einer Globalzession erst 500 ATS [36,3 Euro] beglichen worden.
i-online-Ausgleich folgt
Die YLine-Pleite reiht sich damit an die dritte Stelle der New-Economy-Insolvenzen des laufenden Jahres. Mit dem Ausgleich der Tochter i-online, der in Kürze erwartet wird, dürfte sich die Dimension des Konkurses noch erhöhen.
