Industrie vor Start des Online-Vertriebs
Die US-Musikindustrie steht vor dem Abschluss einer Vereinbarung, die den Weg für den umfassenden Vertrieb von Musik im Internet ebnen könnte.
Demnach sollen die großen US-Plattenfirmen den Musikverlagen als Inhabern der Rechte an Kompositionen eine Million USD für den Online-Vertrieb in den kommenden zwei Jahre zahlen, hieß es.
Musikverlage wollen berücksichtigt werden
Die geplanten Online-Plattformen MusicNet und Pressplay hatten sich bisher nicht mit den Musikverlagen über die Höhe der Tantiemen einigen können. Die Vereinbarung könnte am Dienstag bekannt gegeben werden.
Kein Kommentar
Von den Verhandlungspartnern war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.
MusicNet ist das Online-Joint-Venture von Bertelsmann Music Group [BMG], EMI, AOL Time Warner und RealNetworks; Pressplay das der Konkurrenten Vivendi Universal und Sony. Beide sollen noch in den nächsten zwei Monaten starten.
Ohne eine Einigung drohen MusicNet und Pressplay nach Einschätzung von Experten Klagen der Musikverlage wegen Urheberrechtsverletzung. Mit ihren Online-Angeboten wollen die großen Musikunternehmen das Kundenpotenzial erschließen, das durch die inzwischen geschlossene Musiktauschbörse Napster entstanden ist.
Napster will zurück ins NetzSchuldspruch angepeilt
Unterdessen wollen die gegen Napster klagenden Musikkonzerne erreichen, dass das zuständige Gericht Napster ohne weitere Anhörung der Urheberrechtsverletzung für schuldig befindet. Vor Gericht solle nur noch die Art der Verfügung und die Höhe der Schadenersatzzahlung verhandelt werden, sagte ein Anwalt der Musikunternehmen.
Aus Napster-Kreisen verlautete, das kalifornische Start-up-Unternehmen bestehe auf einem vollständigen Verfahren.
