Die Ästhetik des Programm-Codes
Programmierer sind es gewohnt in Sprachen zu schreiben, die sich selbst der Computer übersetzen lassen muss. Trotzdem gib es solche Klassifikationen wie lesbarer oder schöner Code.
In der Community wird man manchmal jedoch dann geehrt, wenn man in der Lage ist obskuren unverständlichen Code zu schreiben oder Codes, die an Gedichte erinnern sollen.
Schöner Code
Schöner Code, so Andy Krall vom Institut für Computersprachen an der TU-Wien klingt nicht gut, schöner Code ist schön anzusehen.
Für Adele Goldberg, die gemeinsam mit Alan Kay am "Xerox Palo Alto Research Center", die
Programmiersprache "Smalltalk" entwickelt hat, ist ein Code dann schön, wenn er möglichst kurz ist. Code, der mehr als eine Bildschirmseite ausfüllt, bei dem man zum lesen scrollen muss, hat
schon verloren. Gut geschriebener Code ist gute Bettlektüre, meint Brian Foote.
Andere vertreten die Auffassung, dass ein Code schwer verständlich sein muss: ganz nach dem Motto: "Es war hart zu programmieren, also muss es auch hart zu verstehen sein. "Macho Programming" ist dafür eine sehr treffende Bezeichnung.
Schlechter Code
Willkürlich strukturiert, notdürftig zusammengeklebter Code wird zwar als Wegwerfcode bezeichnet, allerdings wirklich entsorgt wird er nur selten. In den Programmierstuben gibt es keine Zeit für Dinge wie Restrukturierung.
Programmierer, die auf Lösungen anderer zurückgreifen müssen, beklagen oft, dass ihre Arbeit nur noch darin besteht, anderen hinterher zu putzen. Die Tätigkeit eines Programmierers habe sehr viel Ähnlichkeit mit den Aufgaben, zu denen Stubenmädchen in früheren Zeiten verdonnert wurden, meint Brian Foote.
Brian Foote: "Stubenmädchen hassten es, wenn sie die Leibschüssel von anderen
ausleeren mußten. Wenn man sich Programmiercode ansieht, überkommt einen manchmal der gleiche Ekel. Oft genug heißt Programmieren den Mist von anderen
Verläßlichkeit ist selten ein Thema
Über Reliability, so Adele Goldberg werde heute - wenn überhaupt - noch genauso gesprochen wie vor 10 Jahren. An den Schulen verabsäumt man es, den Kindern die wesentlichen Dinge zu lehren.
Allerdings sieht sie einen kleinen Fortschritt darin, dass es Java geschafft hat, als objektorientierte Programmiersprache an den Schulen unterrichtet zu werden. Ein Wunsch, der sich für Smalltalk nicht erfüllt hat.
Adele Goldberg: "Es ist wichtig zu verstehen, dass wir sehr komplexe Dinge bauen. Und wenn wir die nicht zuverlässig, flexibel und verständlich bauen, dann haben wir ein Problem. Die ganze Welt wird von Computern bestimmt und wir in der Industrie haben die Verpflichtung, diese Dinger richtig zum laufen zu bringen. Diese Dinge richtig zu machen."
Collaborative Software EngineeringMehr über Programmiersprachen, das Überleben von Codes und das Leben von Programmierern heute um 22.30 in matrix, FM 92.00, Ö1.
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