06.10.2001

3-D

Bildquelle: FuZo

Linux erobert Hollywood

Der Zeichentrickfilm "Shrek" wurde komplett auf Linux entwickelt und gerendert. Auch bei "Prinz von Egypten" war Linux mit dabei. Die Hersteller Dreamworks setzen voll auf das freie Betriebssystem.

Und Sie sind nicht die einzigen. Digital Domain [Spezialeffekte in Titanic, Dante's Peak], Pixar [Toy Story], Industrial Light & Magic [Star Wars Episode I, A.I.] und andere Studios im professionellen Animationsbereich entdecken die Vorzüge eines UNIX-basierten Betriebssystems.

Dreamworks und Pixar nutzen Linux

Dreamworks unterhält 200 Linux-Desktops für Animatoren sowie 400 Linux-Server für die Produktion der Effekte. Pixar besitzt momentan nur 20 Linux-Server für Render-Aufgaben, die Stückzahl soll aber auf 100 aufgestockt werden um ihren nächsten Film, Finding Nemo [Erscheinungsdatum: Sommer 2003], komplett unter Linux zu erstellen.

An Applikationen fehlt es nicht: Maya, Shake, Houdini und die führende kommerzielle Applikation für Animation, Spezial-Effekte und Rendering, RenderMan, sind für Linux erhältlich.

Und am Beispiel von Industrial Light & Magic [ILM] kann erklärt werden, warum gerade Linux - und nicht Windows oder Macintosh - breiten Anklang findet.

IBM-PCs zu schwach

Vor 10 Jahren dachte niemand daran, IBM-kompatible-PCs für diese Aufgabe zu verwenden: Für die Darstellung von hochauflösenden Grafiken und die intensiven Rechenaufgaben beim rendern einer 3D-Sequenz war die SGI-Hardware besser geeignet. Und konnte von dem Multiprozessor-fähigem UNIX auch voll ausgenutzt werden.

Doch die Prozessoren und Grafikkarten der PC-Industrie holten punkto Leistung auf. Und vor allem: Sie waren billiger als SGI-Hardware.

Auch war eine Windows-Lizenz billiger als eine IRIX-Lizenz. Bei einer Render-Farm mit Hunderten von benötigten Lizenzen rechnet sich das schnell.

Dies lief so weit, dass SGI 1998 kurzzeitig begann, auch Workstations mit Windows NT auszuliefern.

Rosige Zeiten

Rosige Zeiten also, für das System mit dem Pinguin. Zumindest was die Animationsbranche betrifft.

Das Angebot von Werkzeugen für non-lineares Editieren von Film und Bild ist bisher spärlich oder kaum vorhanden.

Das kann sich aber bald ändern: Zwei Produkte für diesen Bereich, Softimage 3D und Softimage XSI, sollen demnächst für Linux erscheinen.