Erster Rauswurf von Pleitefirma
Mit dem Internet-Dienstleister Kabel New Media wird erstmals nach Einführung der verschärften Börsenregeln eine Pleitefirma aus dem Neuen Markt geworfen.
Als Grund nannte die Deutsche Börse am Dienstag das im August gegen die Hamburger Aktiengesellschaft eröffnete Insolvenzverfahren. Außerdem habe das Unternehmen Börsenregeln bei der Vorlage des Geschäftsberichts nicht erfüllt.
Fachleute rechnen damit, dass etwa einem Dutzend Firmen in den nächsten Tagen wegen Insolvenz ebenfalls der unfreiwillige Abgang vom Neuen Markt bevorsteht.
Neuer MarktKabel New Media fliegt raus
Der Rauswurf der zahlungsunfähigen Kabel New Media erfolgt zum 2. November. Die Zulassung zum Geregelten Markt sei von dieser Entscheidung unberührt. Die Notierung auf dem Geregelten Markt muss allerdings zusammen mit einem Finanzdienstleister neu beantragt werden. Die Aktien des Internet-Dienstleisters sind kaum noch etwas wert und notierten am Dienstag um 0,10 Euro.
Seit Wochenbeginn gelten auf dem Neuen Markt neue Sanktionen. Nach bestimmten Fristen droht Billigaktien mit einem Kurs unter einem Euro und einer Börsenkapitalisierung unter 20 Millionen Euro sowie insolventen Firmen die Streichung vom Kurszettel. Derzeit stehen mehr als 40 der 340 auf dem Neuen Markt notierten Firmen auf der Kippe.
Nach Auffassung von Aktionärsschützern wird es mindestens 15 der vom Ausschluss bedrohten Aktiengesellschaften in einem halben Jahr nicht mehr geben.
"Qualitätssegment für Wachstumsunternehmen"
Seit dem Start des Neuen Marktes 1997 als "Qualitätssegment für Wachstumsunternehmen" war die Zahl der notierten Firmen schnell gewachsen. Bisher wurden nach Angaben einer Börsensprecherin mit Gigabell und Teldafax nur zwei Firmen gestrichen, weil sie ihre Berichtspflichten nicht erfüllten. Sechs Unternehmen wechselten freiwillig in ein anderes Marktsegment. Sieben verschwanden unter anderem durch Übernahmen und Fusionen.
