Nanobatterien für Netzhautimplantate

energie
22.01.2006

US-Forscher arbeiten an Nanobatterien, die künstliche Netzhautimplantate mit Energie versorgen sollen.

Bei der Entwicklung der Kleinstbatterien setzen die Forscher der Sandia National Laboratories auf die Fähigkeit biologischer Organismen, um Energie auf natürliche Art zu erzeugen.

Im Mittelpunkt eines neu geplanten Forschungszentrums für biomimetische Nanoleiter stehen daher der Entwurf, die Modellierung, die Synthetisierung sowie die Herstellung von so genannten Ionentransportern. Diese steuern den Ionenfluss über Zellmembrangrenzen hinweg und spielen z. B. bei Zitteraalen ein wichtige Rolle.

Das Projekt ist Teil eines mit 6,5 Millionen US-Dollar dotierten fünfjährigen Forschungsprogramms des US-National Institutes of Health, an dem US-Universitäten sowie die britische Oxford-Universität teilnehmen.

Datenverarbeitung weiterhin ungelöst

"Die Energieversorgung von aktiven Implantaten ist ein interessantes Forschungsfeld für sich, das bereits einige Bearbeitungserfolge vorweisen kann ", so der Neuroinformatiker und Netzhautexperte Rolf Eckmiller von der Universität Bonn.

Für die angestrebte, zumindest teilweise Wiederherstellung der Sehfunktion durch künstliche Netzhautimplantate sei allerdings von weitaus größerer Bedeutung, wie das Problem der korrekten Datendekodierung und -interpretation gelöst werde.

Diese erfolgreiche Kommunikation zwischen Retina-Prothese und zentralem Sehsystem sei von den Forschern bisher vernachlässigt worden. Dies habe dazu geführt, dass Patienten mit funktionierenden Implantaten von einer Wiedergewinnung ihrer Gestaltwahrnehmung immer noch weit entfernt seien.

Laut Eckmiller liegt der Schlüssel zum Erfolg folglich in der Entwicklung von Lösungsansätzen, wie das Gehirn die von der Netzhaut verschickten, speziell kodierten Informationen richtig entschlüsseln kann.

Kontaktlinse misst Blutzuckerspiegel

Geht es nach US-Wissenschaftlern, könnten Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel in Zukunft ganz einfach von ihrer Kontaktlinse ablesen.

(futurezone | pressetext.at)