27.09.2001

UNÜBLICH

Bildquelle: yline

"YLine-Geschäftstätigkeit nicht eindeutig"

Der Masseverwalter des insolventen Wiener "Softwarehauses" YLine, der Wiener Anwalt Christof Stapf, muss sich in den nächsten Wochen mit grundsätzlichen Fragen herumschlagen.

Seit gestern liegt zwar der zwei Seiten starke YLine-Konkursantrag des Unternehmens auf dem Tisch. "Aus den Informationen geht aber nicht eindeutig hervor, welchen Tätigkeiten das Unternehmen in der Vergangenheit tatsächlich nachgegangen ist", befindet Stapf.

Nicht üblich

Wie nach einem Konkursantrag üblich, wird der Masseverwalter in den nächsten Wochen die Unterlagen des Unternehmens genau sichten, um zu klären, ob eine Fortführung des Betriebes möglich ist oder eine vollständige Liquidation des Unternehmens erfolgen muss. Stapf stellte aber fest, dass der YLine-Fall "etwas anders als übliche Konkurse" gelagert sei.

Nach dem nun vorliegenden Vermögensstatus betragen die Passiva von YLine 26,3 Millionen Euro, davon entfallen 20,2 Millionen Euro auf Lieferanten und davon wiederum 13,6 Millionen Euro auf IBM.

Von der Insolvenz sind 220 Gläubiger betroffen. Die Aktiva wurden im YLine-Status mit 46,1 Millionen Euro angegeben, sodass rechnerisch keine Überschuldung gegeben wäre.

Allerdings sind davon nur Vermögenswerte von 2,2 Millionen Euro frei, der Rest ist laut Kreditschutzverband von 1870 [KSV] mit Ab- und Aussonderungsrechten belastet, deren Anfechtbarkeit - wie etwa die Generalzession zu Gunsten von IBM - nun vom Masseverwalter zu untersuchen sei.