Recht auf CD-Kopien soll bleiben
Das deutsche Bundesjustizministerium will das gesetzlich verankerte Recht auf private Kopien von CDs und anderen digitalen Tonträgern erhalten.
"Im Bereich Privatkopie muss mit der Industrie ein Kompromiss erreicht werden", sagte der Abteilungsleiter für Wirtschaftsrecht im Justizministerium, Elmar Hucko, am Donnerstag.
Die Musikverlage setzen dagegen vermehrt auf einen generellen Kopierschutz, um der wachsenden Zahl von Raubkopien Einhalt zu gebieten.
Sony, Vivendi, Warner
Sony Music Deutschland will innerhalb des kommenden Halbjahres
nur noch kopiergeschützte Neuerscheinungen deutscher Musiker
ausliefern. Zuvor hatte bereits Vivendi Universal angekündigt, bis
März 2002 alle CDs mit Kopierschutz auf den Markt zu bringen. Warner
Music testet zurzeit unterschiedliche Kopierschutz-Varianten, um
diese noch bis Jahresende auch einzusetzen.
CD-Kopierschutz zum Scheitern verurteiltKopierschutz und Kompromiss
Das Justizministerium bereite derzeit eine Gesetzesinitiative vor, mit der den Urhebern eine angemessene Vergütung garantiert werden soll, die aber auch die "Tendenz" enthalte, Privatkopien weiterhin zuzulassen.
Sollte es keinen Kompromiss zwischen Ministerium und der Musikindustrie geben, könnte der Gesetzgeber ein Gesetz erlassen, das die Industrie zwinge, den Kopierschutz für private Zwecke auszusetzen.
Keine Musik-CDs mehr für PC
"Wir befinden uns zwar noch in der Testphase, doch der Kopierschutz für Musik-CDs soll innerhalb eines halben Jahres zu einer festen Instanz für deutsche Künstler entwickelt werden", sagte Sony-Music-Pressesprecher Eric Hofmann.
Dann sei es unmöglich, diese CDs am Computer abzuspielen, zu kopieren oder in MP3 zu konvertieren.
Im ersten Halbjahr 2001 habe die Musikindustrie in der Bundesrepublik ein Minus von 13 Prozent beim CD-Verkauf verzeichnen müssen.
Kopierschutz für Eminem und U2
