Seoul will gegen Hynix-Strafzoll ankämpfen
Japan will Ausgleichszoll von 27,2 Prozent
Südkorea hat verärgert auf einen Beschluss der japanischen Regierung zur Verhängung von Strafzöllen gegen den koreanischen Chiphersteller Hynix reagiert.
Zusammen mit anderen Behörden werde derzeit überprüft, neben anderen Gegenmaßnahmen den Fall auch vor die Welthandels-Organisation [WTO] zu bringen, teilte das Handelsministerium am Freitag in Seoul mit.
Japan verhängte mit Wirkung vom 27. Jänner für fünf Jahre einen Ausgleichszoll von 27,2 Prozent des Einfuhrpreises gegen Chipprodukte von Hynix.
Dem weltweit zweitgrößten Hersteller von DRAM-Speicherchips wird Wettbewerbsverzerrung wegen angeblich staatlicher Beihilfen vorgeworfen. Ausgangspunkt der Maßnahme waren Beschwerden japanischer Chiphersteller. Die Regierung in Seoul und Hynix wiesen die Vorwürfe zurück.
Auch EU und USA verhängten Strafzoll
Das südkoreanische Handelsministerium bedauerte die Entscheidung Japans. Der Schritt könnte sich nicht nur negativ auf den bilateralen Handel, sondern auch auf die industrielle Zusammenarbeit der beiden Länder auswirken, warnte das Ministerium.
Mit mehreren Rettungsaktionen und Sanierungsprogrammen wurde Hynix vor einigen Jahren von seinen Gläubigern vor dem drohenden Zusammenbruch gerettet.
Die USA und die EU hatten Hynix vor knapp drei Jahren ebenfalls mit hohen Importzöllen auf Speicherprodukte belegt. Die Maßnahmen wurden mit "unfairen" Subventionen der Regierung begründet.
(futurezone | dpa)
