Swisscom-Chef Alder wirft das Handtuch
Nach der heftigen Kritik an seiner Expansionsstrategie tritt Swisscom-Chef Jens Alder zurück. Sein Nachfolger ist Carsten Schloter, bisher Chef von Swisscom Mobile.
Rund zwei Monate nach dem offenen Streit mit dem Bundesrat tritt Alder zurück. Sein Nachfolger wird der Deutsche Schloter.
Alder trete auf eigenen Wunsch per sofort zurück, wie die Swisscom am Freitag mitteilte. Er ziehe damit die persönlichen Konsequenzen aus dem Veto des Bundesrates gegen größere Expansionen im Ausland.
2004 hatte die Swisscom erfolglos versucht, die börsennotierte Telekom Austria [TA] zu übernehmen.
Die neue Unternehmensstrategie solle sein Nachfolger vorantreiben.
Alder wurde im April 1998 Mitglied der Konzernleitung und übernahm am 16. Dezember 1999 die Führung des Unternehmens.
Die von Swisscom versuchte Übernahme der TA war im Sommer 2004 in letzter Minute geplatzt. Nach Darstellung der Swisscom und aus ÖIAG-Kreisen war der Grund für das Scheitern der politische Widerstand in Österreich. Die Schweizer hatten daraufhin neuerlich mehrmals ihr Interesse bekundet, bisher aber erfolglos.
Position in der Schweiz stärken
Geprüft würden insbesondere Wachstumsoptionen im Schweizer Kerngeschäft und verwandten Aktivitäten. Ein besonderes Augenmerk gelte dem nationalen und internationalen Geschäftskundensegment mit dem Ziel, die Position in der Schweiz zu stärken.
Entsprechend den Auflagen der Landesregierung werde Swisscom die ausschüttbaren Reserven über die nächsten vier Jahre bis auf eine Mrd. Franken reduzieren. Zusätzlich zu den Ausschüttungen gemäß geltender Ausschüttungspolitik sollten bis spätestens 2009 rund 1,5 Mrd. Franken an die Aktionäre fließen, hieß es.
Sein Nachfolger als Swisscom-Chef, Schloter, arbeitete vor seinem Wechsel zu Swisscom im Jahr 2000 für Mercedes und debitel in Frankreich und Deutschland.
(futurezone | APA | sda)
