Nicht surfen, sondern Wellen schlagen
Keine Entwarnung beim Arbeitskräftemangel im Bereich der Informationstechnologien [IT] gaben Experten bei der 31. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, "Informatik 2001", die noch bis Freitag in Wien stattfindet.
Laut Studien seien der europäischen Wirtschaft durch den Mangel an geeigneten Experten bereits 79,9 Milliarden Euro [1.100 Mrd. ATS] entgangen, so Tagungsleiter Jörg Maas bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien.
Großer Bedarf an Software-Entwicklern
Zurzeit gebe es bestenfalls verminderten Bedarf in
vergleichsweise kleinen Nischen, etwa bei Internet-Firmen. Großer
Bedarf herrsche nach wie vor etwa bei Software-Entwicklern.
Konservative Angst vor IT-GastarbeiternInformatik in der Volksschule
Heinrich Mayr, Präsident der Gesellschaft für Informatik und Professor an der Universität Klagenfurt, fordert eine durchgehende Ausbildung für das Fach Informatik ab der Volksschule.
Es bestehe mittlerweile weitgehend Einigkeit, dass sich die Infomationstechnologien neben Lesen, Schreiben und Rechnen als vierte Kulturtechnik etabliert hätten. Deshalb müsse das Fach in den Schulen auch endlich zum Hauptfach avancieren und beispielsweise bei der Matura verpflichtend vorgeschrieben werden, so Mayr.
Langfristig müsse Österreich danach trachten, nicht nur auf den Wellen des Internets zu surfen, sondern auch "Wellen zu schlagen", also etwa zum Entwickler nennenswerter Software zu werden, so Thomas Mück, Vorstand des Instituts für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Uni Wien.
E-Government soll Entwicklung antreiben
Um die Entwicklung von Netzwerken voranzutreiben, sollte nach
Ansicht von A Min Tjoa, Präsident der Österreichischen Gesellschaft
für Informatik [ÖGI], das so genannte E-Government - etwa die
Entwicklung der papierlosen Amtsstuben - forciert werden.
"Mehr Frauen in die IT-Branche"
