Sechs US-Staaten kritisieren Windows XP
Sechs US-Staaten, die nicht an der Klage gegen Microsoft beteiligt sind, halten Windows XP für kartellrechtlich bedenklich. Das teilten die Justizbehörden dieser Staaten in einem offenen Brief an Microsoft-Chef Steve Ballmer mit.
Ihrer Ansicht nach ist die mit Windows XP gebündelte Technologie eine Fortführung der monopolistischen Verhaltensweisen von Microsoft.
Das neue Betriebssystem sollte in den laufenden Verhandlungen zwischen Microsoft und der US-Regierung Beachtung finden. Welche Services und Produkte im neuen Betriebssystem von den Justizbehörden beanstandet werden, ist nicht ausgeführt.
Die Justizminister der US-Staaten Vermont, Arkansas, Maine, Montana, New Hampshire und Rhode Island haben den Brief an Ballmer unterzeichnet. Sie sagen darin den 18 Bundesstaaten, die im Monopolprozess gegen Microsoft geklagt haben, ihre Unterstützung zu. Zwei US-Bundesstaaten, die an dem Kartellverfahren gegen Microsoft beteiligt sind, haben unlängst angekündigt, eigene Sanktionen gegen den Konzern in Erwägung zu ziehen, sollten die von der US-Regierung geforderten Sanktionen zu gering ausfallen.
New York und Kalifornien gegen MicrosoftAOL taktlos
Die Association for Competitive Technology [ACT], eine Organisation, die Microsoft sehr nahe steht, glaubt, dass der Brief auf Betreiben eines AOL-Lobbyisten geschrieben wurde. Der Brief habe nur den Zweck, das Verfahren auszuweiten. In der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation sei dieser Versuch taktlos.
Gegen die in Windows XP integrierten Services wie die Microsoft-Authentifizierung Passport und den Instant-Messaging-Client Windows Messenger hatten bereits andere Stellen protestiert. Der US-Senator Charles Schumer und einige Datenschutzorganisationen wollen deshalb eine Beschwerde bei der US-Handelsaufsicht [FTC] einreichen.
