24.09.2001

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Telecom Italia erwägt Ausstieg aus Österreich

In der hoch verschuldeten Telecom-Italia-Gruppe wird derzeit der Ausstieg aus drei ihrer Auslandsengagements geprüft, nach einem Bericht des "Standard" [Montag-Ausgabe] darunter auch aus der 29,8- Prozent-Beteiligung an der Telekom Austria [TA].

Klarheit solle es bis zum kommenden Donnerstag geben.

Als fix gelte, dass drei Auslandstöchter dran glauben müssen: der türkische Handynetz-Betreiber Turkcell, die skandalumwobene Telecom Serbia und das Sorgenkind Telekom Austria [TA], so die Zeitung.

Strategieplan am Donnerstag

Klarheit werde es erst am Donnerstag geben, wenn der neue TI-Großaktionär, Pirelli-Präsident Marco Tronchetti Provera, den neuen Strategieplan präsentiert.

Analysten warten vor allem auf einen Finanzplan. Denn die Schuldenlast sei erdrückend: Gemeinsam mit der Dachholding Olivetti weise TI 42 Mrd. Euro [578 Mrd. S] Schulden aus. Angesichts von Konjunktur- und Telekom-Krise dürften die Beteiligungen nur mit Verlusten verkauft werden können.

Bei der an der Wiener und New Yorker Börse notierten Telekom Austria dürfte ein Verkauf auch nicht ganz einfach werden, schreibt der "Standard" weiter: Die Syndikatspartner ÖIAG [47,8 Prozent] und TI [29,8 Prozent] seien in einem komplizierten Vertrag bis 2008 aneinander gebunden.

Zudem ist TI über ihre Mobilfunktochter TIM mit 25 Prozent plus einer Aktie an der TA-Handytochter Mobilkom beteiligt. Insgesamt haben die Italiener für ihre Sperrminoritäten an A1 und TA seinerzeit 35,6 Mrd. S auf den Tisch geblättert.

Wollte TI ihre 30 Prozent an Dritte verkaufen, hätte die Staatsholding ein Vorkaufsrecht. Unklar sei, ob die TI-Chefs nur die TA mit dem Festnetz und Internet-Geschäft aufgeben, so der Bericht. Bisher sei der Verkauf des hoch profitablen Mobilkom-Anteils nie zur Disposition gestanden.