Größte Insider-Untersuchung der Geschichte
Der Verdacht auf Insider-Geschäfte im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA verdichtet sich.
Die amerikanische Börsenaufsicht SEC will nun zehntausende von Börsentransaktionen überprüfen. Die größte Insider-Untersuchung in der Finanzgeschichte soll zu den Hintermännern der Attentätern führen.
Die US-Behörden haben laut einem Bericht des "Spiegel" von der Londoner Financial Services Authority und zahlreichen anderen europäischen Finanzaufsichtsbehörden sämtliche Handelsdaten über alle US-Wertpapiere angefordert, die an den jeweiligen Finanzplätzen gehandelt wurden.
Dazu zählten sämtliche Namen, Kundennummern, Adressen und Telefonnummern aller Personen und Firmen, die zwischen dem 27. August und dem 11. September US-Wertpapiere aller Art gehandelt haben. Darunter fielen neben Aktien auch Indexzertifikate, Aktientermingeschäfte sowie Optionen auf einzelne Aktien oder auf Aktientermingeschäfte. Die Ermittler sollen sich zunächst auf ungewöhnliche Handelsmuster beschränken, vor allem bei Luftfahrt-, Hotel-, Broker-, Bank-, und Versicherungsaktien.
SECVerdacht auch in Deutschland
Der Verdacht der US-Behörden liegt nahe, da etwa die Umsätze der in den USA gehandelten Verkaufsoptionen auf American Airlines vor den Anschlägen bis auf das 20-fache des üblichen Volumens gestiegen waren.
Der Deutschen Bundesbank liegen bereits Hinweise vor, dass es im Zusammenhang mit den Anschlägen zu Insider-Geschäften gekommen ist, berichteet der "Spiegel" in seiner kommenden Ausgabe.
Bundesbank-Präsident Ernst Welteke hat demnach seine Mitarbeiter aufgefordert, entsprechende Untersuchungen anzustellen.
Deutschen BundesbankTerror "austrocknen"
Die Innen- und Justizminister der Europäischen Union haben unterdessen mehrere Initiativen beschlossen, um gegen Terrorismus vorzugehen.
Sie verständigten sich auf eine Reihe von Maßnahmen, darunter europaweite Haftbefehle, ein europäisches Rahmenabkommen zur Auslieferung von Straftätern, leichterer Zugriff auf Daten und die Verbesserung der Luftsicherheit.
Außerdem soll die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden der EU und USA intensiviert werden. Auch gegen Geldwäsche wollen die EU-Staaten härter vorgehen und Finanzströme terroristischer Organisationen "austrocknen".
