Mit Lego ins Weltall fliegen
Auf der Suche nach einem "Roboter-Kosmonauten", der auch tatsächlich ins Weltall fliegen soll, ist derzeit die "Lego"-Company:
Im Rahmen eines Wettbewerbes hat der Spielzeughersteller Hobby-Konstrukteure dazu aufgerufen, mit Hilfe des Technik Bauprogrammes "Lego Mindstorms" einen Roboter zu entwickeln, der Mitte November den Flug zur internationalen Raumstation ISS [International Space Station] antreten soll.
Ein Österreicher unter den zehn Finalisten
Nach einem Vorauswahlbewerb wurden nun zehn Finalisten mit den
notwendigen Materialien versorgt, um ihre Ideen in die Tat
umzusetzen. Im Rennen um den Flug ins All ist auch der Österreicher
Michael Brandl, der einen Muskeltrainer entwickelt hat. Das mit zwei
Motoren und einem Rotationssender ausgestattete Gerät soll helfen,
die Arme der ISS-Besatzung in Form zu halten.
"Lego Mindstorms"-KonstruktionswettbewerbTests und Juryentscheid
Zuvor müssen sich die zehn Finalisten aber noch einer Endauswahl stellen, bei der Weltraumprofis wie der Astronaut und Kosmonaut Ulf Merbold sowie Soren Lund, einer der Entwickler des "Lego Mindstorms"- Konzeptes, in der Jury sitzen.
Bevor der Sieger die Reise seines Roboters im Moskauer Kontrollzentrum miterleben kann, mussten die Materialien - wie alle anderen Produkte, die im All zum Einsatz kommen - eine Reihe von Tests durchstehen.
Als Bewertungskriterien gelten neben dem wissenschaftlichen Anspruch und der Realisierbarkeit auch die Originalität und der "Fun-Factor" der konstruierten Roboter.
Völlig autonom und schwerelos
Der Einsatzzweck des Roboters kann ebenso frei gewählt werden wie
die Programmiersprache, der Bot muss allerdings völlig autonom
arbeiten. Bei der Konzeption sollte außerdem die Schwerelosigkeit
berücksichtigt werden. Die Astronauten sollten sich auf jeden Fall
auf den Roboter freuen: Wenn er ihnen nicht gefällt, können sie ja
aus den Teilen täglich neue Kreationen basteln.
International Space StationAlt trifft neu
"Lego Mindstorms" ist eine Symbiose aus den klassischen Bausteinen und moderner
Computer-Technik. "Mindstorms" kam in den USA 1998 auf den Markt und verkaufte sich innerhalb des ersten Jahres mit 100.000 Exemplaren sehr gut.
1999 kam die Lego-Roboter-Serie auch auf den europäischen Markt. Mit dieser High-Tech-Version des Kinderzimmer-Klassikers können sowohl selbst tätige als auch über eine Infrarot-Schnittstelle ferngesteuerte Robot-Varianten konstruiert und gelenkt werden.
Bau komplexer Maschinen möglich
Durch eine Anzahl von Berührungs- und Licht-Sensoren sowie eine
Reihe von Motoren können recht komplexe Maschinen geschaffen werden.
Die verschiedenen Bausätze basieren alle auf Legos "RCX"-Steuerchips
und der dazupassenden Software.
Lego MindstormsKonkurrenz durch Pokemon
"Mindstorms" ist Teil einer Digitalisierungsstrategie, mit der Lego seit 1998 versucht, der Konkurrenz durch Computerspiele, Pokemon und Co. Einhalt zu gebieten.
Mit vorerst bescheidenem Erfolg, wie es scheint, denn trotz der Bemühungen, die Bausteine mit Informationstechnologien zu verbinden, verlor der Konzern weiter an Marktanteilen.
Konzernchef Kirk Kristiansen dazu: "Kinder werden heute früher älter. Sie spielen nicht mehr so viel im traditionellen Sinn und betreiben andere Dinge wie Videospiele, Fernsehen und Freiluftaktivitäten."
Hohe Investitionskosten
Im Vorjahr musste Lego Verluste von bis zu 67 Millionen Euro und
damit das höchste Minus seit der Gründung in den dreißiger Jahren
verzeichnen. Die Verluste wurden nicht zuletzt auch auf die hohen
Investitionskosten in CAD für Lego, Lego-Video-Games und
Lego-Roboter zurückgeführt.
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