EU für Pirelli-Einstieg in Telecom Italia
Die Europäische Kommission hat den milliardenschweren Einstieg des italienischen Reifen- und Kabelherstellers Pirelli und des Textilkonzerns Benetton bei Telecom Italia und der Olivetti-Gruppe unter Auflagen abgesegnet.
Die Benetton-Holding Edizione habe unter anderem zugesagt, sich aus dem Mobilfunkunternehmen Blu zurückzuziehen, erklärten die EU-Wettbewerbshüter am Donnerstag in Brüssel.
Direkter Konkurrent zu TIM
Blu ist direkter Konkurrent der Telecom-Italia-Tochterfirma TIM.
Das Unternehmen des Ex-Monopolisten ist Marktführer in Italien.
Telecom Italia bleibt EinzelkämpferSieben Milliarden Euro für 23 Prozent
Außerdem habe Edizione zugesagt, auf dem Markt der Übertragungskapazitäten seine alleinige Kontrolle über Autostrade Telecommunicazioni an Dritte zu übertragen beziehungsweise nur noch eine Minderheitsbeteiligung an diesem italienischen Grundnetzbetreiber zu halten.
Ende Juli war bekannt geworden, dass Telecom Italia und deren Mutter Olivetti vor einer Fusion stehen. Fast zeitgleich hatte Pirelli bekannt gegeben, dass der Reifenhersteller im Verein mit Benetton indirekt die Kontrolle über die Telecom Italia übernimmt.
Eine eigens gegründete Firma, die zu 60 Prozent Pirelli und zu 40 Prozent der Edizione-Holding der Benetton Familie gehört, hatte für sieben Milliarden Euro 23 Prozent der Aktien der Telecom-Italia-Mutterfirma Olivetti von Bell SA gekauft.
Telekom statt Gummireifen
Damit kontrolliert Pirelli zusammen mit Benetton 27 Prozent von
Olivetti. Die Übernahme der Kontrolle an Telecom Italia deutet
Analysten zufolge eine Änderung der Strategie des Reifen- und
Kabelherstellers an.
Pirelli kontrolliert Telecom ItaliaMillliardenkredite für den Kauf
Pirelli werde sich nun vermutlich auf Kommunikationsdienste konzentrieren.
Pirelli und Benetton würden wahrscheinlich Kredite um bis zu zwei Milliarden Euro aufnehmen, um den Kauf der Telecom-Italia-Anteile zu finanzieren.
